Kapitalverbrechen im Bayrischen Wald

Tut mir leid, liebe Urheberrechtsfanatiker, wenn ich jetzt mal mehr zitiere als eigentlich zulässig, aber die Meldung ist trotz ihrer bombigen Schlagkraft zu kurz (sie besteht nur aus drei Sätzen), und ich mag diese beiden Sätze auch nicht gern verstümmeln:

Im Rahmen der anschließenden körperlichen Durchsuchung eines 28-jährigen Arbeitslosen aus Baden-Württemberg gab dieser freiwillig ein Kondom heraus, in dem sich drei Druckverschlusstütchen mit mehreren Gramm Crystal befanden. Aufgrund dieser nicht geringen Menge übernahm das Kommissariat 10 die weiteren Ermittlungen.

Es handelte sich um einen von zwei Insassen eines tschechischen Taxis, „das kurz zuvor aus Tschechien eingereist war.“ Das Taxi, wohlgemerkt. Ich stelle mir das gerade so bildlich vor, die die „Streife der Schleierfahndung“ (fahnden die verschleiert?) diese Insassen prüft, worauf einer der beiden freiwillig(!) seine „nicht geringe Menge“ (also ein paar Gramm) den Freiwilligkeitsnachhelfern überreicht. Wow. Also ich finde, hier muss es mindestens die Todesstrafe setzen! Lasst das gesamte Kommissariat in diesem Fall schwerster Kriminalität ermitteln!
Kondommissbrauch durch 28-jährige baden-württembergische Arbeitslose in einem tschechischen Taxi mitten in Bayern – das ist ein Fall mit internationalen Dimensionen, bei dem noch so viele Fragen offen sind. Wer war der zweite Mann? Ein V-Mann des bayrischen Schleierdienstes? Was war das für ein Kondom? Welcher Kondomhersteller steckt dahinter? Eigentlich müssten Kondome, die zum Transport von Drogen geeignet sind, verboten werden. Genau wie Flüssigkeiten zum Sprengen von Flugzeugen. Oder überhaupt.
Das Ganze stand in der Mittelbayerischen im Schambereich Cham-Regionalteil, leider ohne Angabe eines Autors – dabei hätte ich ihm die Namensnennung doch so gerne gegönnt…

Nigeria Connection

Nigeria Bus PreacherNun ja, Nigeria ist für jeden, der berufsmäßig viele eMails bekommt, ja normalerweise ein Land, um das man einen großen Bogen macht; berühmt-berüchtigt durch die „Nigeria Connection“ oder den „Nigeria Scam“, und unter Komdomherstellern ist das Land wegen der vielen scheinbar aus irgendwelchen Ministerien kommenden Anfragen nach soundsoviel Millionen Kondomen auch schon so ziemlich die unbeliebteste Gegend, in die man ein Angebot schickt. Das führt dann dazu, dass man dort eben keine wirklich guten Kondome bekommt – außer Durex ist da nicht viel zu haben, wenn man von den durch die Regierung verteilten chinesischen Wundertüten mal absieht. Mit der Zeit bekommt der durchschnittliche Nigerianer also eine gewisse Allergie gegen die Allgegenwärtigkeit der Marke Durex – was dann dazu führen kann, dass Leute, denen Durex-Kondome aus der Tasche (oder, wie in diesem Fall, aus der Bibel) fallen, mal böse eins auf die Rübe bekommen:

A bus preacher was almost lynched on Saturday morning at Toyota Bus stop, in front of the popular Ladipo Spare parts market, when some condoms allegedly fell out of his bible as he preached the ‘Word of God’. […] According to an eye witness, Mr. John Mbakogu, who was on his way to his shop at Ladipo, “People were just falling as he was laying hands. One man almost fell out of the bus under the influence of the Spirit. It was amazing until he raised his hands to cast the demons out of one girl, and 2 Durex condoms fell out.”

So schreibt die Daily Post. Interessant, auf was die Leute so achten, wenn jemand predigt.

Die ewige vatikanische Kondomfabrik

Ja, es gibt es noch, das gute alte Gerücht, der Vatikan besäße eine Kondomfabrik. Aber im Gegensatz zu manch guter Suppe, die aufgewärmt besser schmeckt, kann man hier nicht einmal mehr müde lächeln. Ich habe ja nun für die lebenden Fossilien aus dem Vatikan nicht besonders viel übrig, aber manchem ist eben nichts zu blöde:

Wie ich lesen konnte besitzt der Vatikan eine Kondomfabrik.

heißt es in den Nachtgedanken der Ausburger Allgemeine. Ja. Gääähn. Irgendwann einmal hielt die Vatikanbank (die Unwissende gerne mit „dem Vatikan“ gleichsetzen, was aber nicht stimmt; es handelt sich um eine normale Bank, die das macht, was Banken halt so tun, nämlich Geld, und die mehrheitlich dem Vatikanstaat gehört. BIC/SWIFT-Code: IOPRVAVX) Anteile an einer Firma, die was mit Gummi zu tun hatte (ich glaube, es war ein italienischer Autoreifenhersteller), und Gummi = Kondome, also hat der Vatikan eine Kondomfabrik. So tief, wie manche hier sinken, ist noch kein U-Boot getaucht.

Europäische Kondomproduzenten wollen Afrika entvölkern

… meint angeblich Bischof Francisco Chimoio, das Oberhaupt der katholischen Kirche in Mosambik – zumindest, wenn man dem erbärmlich (von Onkel Gurgel?) übersetzten Text glauben darf, der heute auf Unanzam.blogspot.de zu lesen ist:

„Ich weiß, dass mindestens zwei europäischen Ländern Kondome aus besonders infiziert sind, und dies geschieht, um die Menschen in Afrika zu zerstören, ein Programm der Besiedlung des Kontinents“, sagte Chimoyo wörtlich. Darüber hinaus sagte er, er ist sich der Pharma-Industrie, die bewusst mit dem Virus zu produzieren Medikamente für die antiretrovirale Therapie (Medikamente werden eingesetzt, um das Leben von AIDS-Patienten und die Unterstützung Immunität Fällen verlängern) infiziert sind. Dies, sagt er, auch „nach dem afrikanischen Volk zu vernichten.“

Ich glaube nicht, dass das wirklich eine aktuelle Meldung ist; bereits im September 2007 meldete nämlich die BBC:

The head of the Catholic Church in Mozambique has told the BBC he believes some European-made condoms are infected with HIV deliberately. Maputo Archbishop Francisco Chimoio claimed some anti-retroviral drugs were also infected „in order to finish quickly the African people“. (…) „Condoms are not sure because I know that there are two countries in Europe, they are making condoms with the virus on purpose,“ he alleged, refusing to name the countries. „They want to finish with the African people. This is the programme. They want to colonise until up to now. If we are not careful we will finish in one century’s time.“

Ungeachtet dessen frage ich mich nur, warum das jetzt wieder hervorgeholt wird…

Gefahr einer schweren Körperverletzung

Kehren wir doch einmal für einen Moment auf den Schauplatz des kKgK („katholische Kirche gegen Kondome“)-Krieges zurück. Derzeit nehmen die fundamentalistischen Gottesanbeter die Michael-Stich-Stiftung ins Visier. Die selbst in Katholikenkreisen umstrittene „Initiative Nie Wieder! e.V.“ hat offenbar Strafanzeige wegen “Beschimpfung von Bekenntnissen, Religionsgesellschaften und Weltanschauungsvereinigungen” nach § 166 StGB gestellt. So sekundiert Katholisches in gewohnter Sachkenntnis:

Mit (…) Texten wie “Stoppt das Virus. Benutzt Kondome” oder “Pervers ist nur, wer kein Kondom benutzt..” wird suggeriert, daß durch die Benutzung eines Kondoms die Gefahr einer HIV-Infizierung nicht gegeben sei.
Dies ist eine bewußte, wenigstens aber grob fahrlässige falsche Aussage über die Schutz-Effektivität eines Kondoms. Diese irreführende “Aufklärung” birgt die Gefahr einer schweren Körperverletzung in sich.

Jugend gegen AIDS e.V., die jugendliche Speerspitze der angegriffenen Stifung, schießt freudig zurück; der eigentlichen Website vorgeschaltet ist ein Aufruf zur Teilnahme an der Aktion „Gott sei Dank – Kondome schützen“ (siehe Abbildung rechts).
„Kondom geplatzt“ wird Euch auch künftig über Aktuelles vom Kriegsschauplatz informieren. Richtig spannend wird es allerdings erst dann, wenn Parolen wie „Schützt das Leben – tötet Kondomhersteller/-verkäufer/-benutzer“ ausgegeben werden. Unwahrscheinlich ist es jedenfalls nicht; ähnlich militante Gruppierungen bringen ja bereits Ärzte und medizinisches Personal, die Abtreibungen vornehmen, im Namen des Lebensschutzes um.

Kondomwürfe

Kondome richtig zu werfen, ist gar nicht so einfach. Ganze Schachtel? Kein Problem. Einzelne Siegelfolie? Mit 50% Zielabweichung, sicher, aber immerhin. Aber Kondome, aufgeblasen? Versucht es mal – die machen sich sowas von selbständig… na ja, egal. Einige unseren südlichen Nachbarn (ja, ich meine die Bayern) fanden jedenfalls, dass das Bewerfen von Demonstranten mit Kondomen eine wirksame Gegendemo darstellt. Das fand offenbar die Polizei auch – das Gefahrenpotenzial bei Verletzungen durch herumfliegende Kondome wird offenbar von uns immer wieder unterschätzt:

In Freiburg demonstrierten Anhänger der katholischen Piusbrüderschaft vor der Geschäftsstelle von ProFamilia, die unter anderem Beratung bei Schwangerschaftsabbruch anbietet (…) Die Gegendemonstranten bewarfen die rund 120 Teilnehmer der Demonstration mit aufgeblasenen Kondomen. Die radikalen Katholiken musste von einem starken Polizeiaufgebot geschützt werden.

Ja, so stand es letzte Woche bei GayÖsterreich.at. Ich weiß nun nur nicht, ob das „starke Polizeiaufgebot“ die armen Extremkatholiken wirksam vor dem Kondomhagel schützen konnte, oder ob die Demonstration dann vielleicht als erotische Gruppen-Freilicht-Veranstaltung endete, angesichts dieser eindeutigen Angebote seitens der Gegendemonstranten…

„Existentielle Schritte in die human-kreatürliche Entfremdung“

Mein katholisches Lieblingsportal, „kreuz.net“, ist eine immerwährende Quelle der Erbauung – zumindest für mich als Blogger mit dem dortigen Hass-Thema Kondome. So, wie manche Autoren dort über diese simple Verhütungsmethode herziehen, mag man meinen, ihnen ist irgendwann innerlich ein Kondom geplatzt. Wie ich da also kürzlich so blätterte, fiel mir ein Artikel vom letzten Herbst wieder ein; unter der Überschrift „Ein Wahnsinn kommt selten alleine“ schrieb die Redaktion:

Kondome sind ekelige Dinger und ein existentieller Schritt in die human-kreatürliche Entfremdung. Das weiß jeder.
„Daß Kondome eine eklige Angelegenheit sind, in erotischer, ästhetischer, taktiler, kulinarischer oder welcher Hinsicht auch immer, muß nicht vertieft werden.“ Das erklärte der deutsche Vatikanist Paul Badde am 25. November in einem Artikel auf der Webseite ‘theeuropean.de’.

Dass sich die kreuz.net-Redakteure auf diesen Artikel stürzen wie die Geier aufs tote Fleisch, ist verständlich – nur merken sie leider nicht, dass es Badde in seinem durchaus satirisch angehauchten Artikel gar nicht primär darum geht, das Kondom als Verhütungsmethode per se schlecht zu machen, sondern darum, dass den Journalisten ständig das Thema „Papst und Kondome“ wichtiger scheint als der Zustand der Welt.

Auch die Gesellschaft stecke in einer Krise. Wer wisse das nicht? Nun müsse aber auch endlich einmal von der Krise des Journalismus gesprochen werden, wenn die Welt am Abgrund stehe, der Papst wie nie zuvor dazu Auskunft gebe – und seine Kollegen ihn dennoch immer nur neu danach fragten, wie er es mit dem Kondom halte.

Andere Leute zu instrumentalisieren schein so einfach, liebe kreuz.net-ler; zu dumm nur, wenn der Leser lesen und denken kann…

Sammelt Altkondome!

Da die geltenden Hartz-IV-Sätze wohl nicht genügend Spielraum für Kondome lassen (ich berichtete), sind einige Kommunen jetzt dazu übergegangen, im Rahmen der bis 1. April andauernden Initiative „Wie beschäftige ich Hartzer am sinnlosesten“ Langzeitarbeitslose zum Sammeln von Kondomen in öffentlichen Parks und Einrichtungen abzustellen. In mehreren, jeweils 2 Stunden dauernden Schichten sollen so zuerst alle noch benutzbaren Gummis gesammelt, gereinigt, auf Löcher geprüft und wieder aufgerollt werden. Diese Maßnahmen werden durch einschlägig bekannte Firmen aus dem Bereich der „Hartz-IV-Industrie“ (lesenswert: Heft 1/2011 des SPIEGEL) koordiniert und ausgewertet; anschließend werden Bewegungsprofile der Benutzer, beliebteste Quickie-Ecken und eine Markenübersicht erstellt.

Die erfolgreichsten Sammler erhalten ein original versiegeltes echtes garantiert unbenutztes Gratis-Kondom einer namhaften chinesischen Firma, die auf diese Weise preiswert die Zuverlässigkeit ihrer Produkte testen kann, bevor sie unter einem hiesigen Markennamen an Nicht-Hartzer verkauft werden; der Startpreis pro Dreierpackung liegt dem Vernehmen nach bei ca. 9 Euro.
Die aufbereiteten Kondome werden je nach Güteklasse verteilt, verkauft (die US-Amerikanische Firma „Surfrider“ hat mit einschlägigen Erfahrungen die Logistik entwickelt, siehe Abbildung) oder zu Autoreifen verarbeitet; die gesammelten Spermaproben werden anschließend datengeschützt gespeichert und nach Bestimmung der Risikofaktoren und einer Reihe Gentests auf dem freien Markt zur Selbstinfusion verkauft.

Baust du schon an der Familie, oder übst du noch?

Wonach klingt dieser Titel? Richtig, er klingt nach IKEA, unserem liebsten Nutzholzlieferanten und Hausmann-Beschäftiger. Was hat IKEA nun mit Kondomen zu tun? Aufgrund ihrer Herstellungsweise kann man ja Kondome nun nicht mit dem berühmten sechskantigen Schraubendreher zusammensetzen (und aus Holz sind sie auch nicht).
Nein, es gibt bei IKEA auch keine Kondome zu kaufen, auch keine schwedischen.
Was es bei IKEA – zumindest in Sindelfingen – allerdings gibt, ist ein Kondomautomat. Auf dem Klo.
Was es damit (vermutlich) auf sich hat, beschreibt Peter Meuer in einer Glosse für die Leonberger Kreiszeitung:

Auf der Matratze Sultan liegt der Ikea-Kunde ein Stockwerk höher schließlich auch zuerst Probe, bevor er sie kauft. Das ist Ikea-Logik: Männlein und Weiblein lassen in einer Partnerschaft den Gummi erst nach ausgiebigen Tests weg. (…) Übrigens: regelmäßig schotten weiße Vorhänge ganze Räume des Möbelcenters ab. Der Unbedarfte soll glauben, hier wären fleißige Innenausstatter am Werk. Auf Schildern steht: „Hier wird umgebaut.“

Ich hoffe, der Kollege hat nichts dagegen, dass ich seine Abwandlung des bekannten Werbespruchs hier als Überschrift genommen habe – aber den Artikel konnte ich Euch einfach nicht vorenthalten.

Die CIA ist schuld (natürlich).

Julian Assange ist unschuldig; die schwedische Kondomaffäre ist eine Verschwörung der CIA. „In einer Nacht- und Nebelaktion der CIA wurden bereits im Juli in ganz Schweden in allen Apotheken, Drogerien, etc. die vorhandenen Kondome gegen amerikanische Fabrikate ausgetauscht“, meldete Neu-News bereits gestern. Aufgefallen sei dieser Coup erst, als sich die Reklamationen über geplatzte Kondome häuften, heißt es weiter.
Ich vermute mal, ich werde mit meinem Blog bald nach Schweden umziehen müssen; dort scheint das Problem geplatzter Kondome doch größere Ausmaße anzunehmen als ursprünglich vermutet. Ungenannt beiben wollende Quellen berichten nämlich weiter, es sei zu spontanen Solidaritäts-Beischlafaktionen in Form von Flash-Mobs gekommen, in deren Verlauf die Teilnehmer demonstrativ ihre Kondome gelocht hätten. Anschließend hätten alle Beteiligten die jeweils nächste Polizeistation aufgesucht und sich gegenseitig wegen versuchter Vergewaltigung angezeigt.
Der schwedische Kondomhersteller RFSU bestreitet ungefragt jede Beteiligung an der Aktion; RFSU-Kondome hätten von jeher nur ein Loch, und zwar das, durch das der Penis in selbiges eingeführt werde; ein zweites wäre auch in Zukunft nicht vorgesehen, versicherte ein Sprecher der Firma.
Auch der Verband amerikanischer Kondomhersteller bedauert, an dieser Aktion nicht beteiligt worden zu sein; die angeblichen amerikanischen Kondome seien in Wirklichkeit australische Kondome gewesen, und die ganze Aktion sei nicht von der CIA, sondern von radikalen Veganern geplant worden, die die Offenlegung von Dokumenten befürchten, in denen Fotos von prominenten Veganern in Steak-Restaurants enthalten sein sollen.