BzgA: Neue Kampagne

Tut mir leid, Leute, ab und zu muss ich auch mal einen ensthaften Beitrag posten 🙂 Nein, nur Spaß, tut mir gar nicht leid. Was ich sagen wollte: Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hat, wie in der letzten Pressemitteilung verlautbart, eine neue Motivstaffel für ihre Liebesleben-Kampagne veröffentlicht.
FĂĽr alle, die jetzt „Häh?“ denken: frĂĽher hieĂź das mal „Mach’s mit“ (und „Gib AIDS keine Chance“) und hatte Kondome im Fokus; heute spielen Kondome zwar immer noch eine Rolle, stehen aber nicht mehr so sehr im Vordergund wie damals; offenbar ist die Zunahme der Kondomverwendung als ausreichend erachtet worden, um auch mal ein paar andere Themen mit nach vorne zu holen.

Kondome sind nach wie vor der beste Schutz vor HIV und anderen sexuell übertragbaren Infektionen (STI). „Benutzt Kondome“ ist deshalb eine der zentralen Botschaften der neuen HIV/STI-Präventionskampagne der BZgA, die im letzten Jahr unter dem Namen LIEBESLEBEN die bis dahin aktuelle Kampagne „GIB AIDS KEINE CHANCE“ abgelöst hat. Um das Schutzverhalten in der Bevölkerung auf einem hohen Niveau zu halten, motiviert die BZgA ab sofort mit einer neuen Motivstaffel von LIEBESLEBEN zur Nutzung von Kondomen in sexuellen Risikosituationen.
Die zweite zentrale Botschaft der neuen Motivstaffel heißt „Geht bei Symptomen für eine sexuell übertragbare Infektion zum Arzt“. Denn selbst wenn sich Menschen Gedanken machen, ob sie sich mit einer STI angesteckt haben könnten, gehen viele nicht zum Arzt. So haben von den 40 Prozent der Menschen mit mehreren Sexualpartnerinnen bzw. Sexualpartnern, die überlegten, ob sie sich angesteckt haben könnten, nur etwa 58 Prozent einen Arzt aufgesucht.

Also: Noch schnell Kondome holen, es steht ein langes Wochenende vor der TĂĽr!

Aktueller Ausflugstipp: Mobile Ausstellung „GroĂźe Freiheit“

Wie man STI erkennt, wie man sie behandelt und vor allem, wie man sich davor schützen kann, zeigt die mobile Ausstellung „GROßE FREIHEIT“ – liebe.lust.leben“. Sie bietet einen spielerischen, lebensnahen Zugang zu den Themen STI und HIV: Du triffst in der Ausstellung auf Menschen, die vielleicht ähnliche Probleme haben wie Du, kannst sie durch einen Tag ihres Lebens begleiten und lernst dabei eine Menge über HIV und STI.

Die mobile Ausstellung „GroĂźe Freiheit“ ist ein Muss fĂĽr jeden, der in der Nähe ist; die aktuellen Tourdaten gibt’s auf der Website. Die mobile Ausstellung ist ein Projekt der Bundeszentrale fĂĽr gesundheitliche Aufklärung (BZgA).

Stiftung Warentest: Gib-AIDS-keine-Chance-Kampagne verantwortlich fĂĽr Anstieg der AIDS-Infektionen?

Dass die Stiftung Warentest immer was zu meckern hat, ist ja nichts Neues. Und wenn sie nichts finden, dann wird trotzdem so lange gewĂĽhlt, bis was kommt – es kann ja nicht sein, dass man einfach mal zufrieden ist.
Nun gibt es bei Kondomen an sich kaum noch was zu meckern, denn die einschlägigen Vorschriften sorgen schon dafĂĽr, dass es kaum noch mangelhafte Ware gibt (herstellerseitig; Anwender- und Lagerfehler ausdrĂĽcklich ausgeschlossen) – also sucht man sich ausgerechnet eine der nun wirklich erfolgreichsten Kampagnen, nämlich „Gib AIDS keine Chance„, auch bekannt unter dem griffigen Slogan „Mach’s mit„. Was schreiben also die Profimeckerer von der Stiftung Warentest (wobei ich hier immer noch vergeblich eine „Ware“ suche, aber egal):

Die BZgA sieht die Kampagne als Erfolg: Sex mit Kondom sei akzeptierte Praxis. Heute nutzten 80 Prozent der 16- bis 44-jährigen Singles Kondome. 1988 waren es 58 Prozent. Seit damals sank auch die HIV-Infektions­rate. Traurig ist allerdings: Seit 2002 stecken sich wie-der mehr Personen an. 2011 gab es 2 889 neue Diagnosen, oft bei homo­sexuellen Männern.

Und wer es bis hierher noch nicht begriffen hat, wer dran schuld ist, der lese die Ăśberschrift: „VerhĂĽtung: Kampagne gegen Aids nur mit Teil­erfolg„. Geht’s noch?

Männer, die keine Kondome benutzen, nerven

Fluter.deYep. Mit dieser Headline will ich Euch auf einen guten Artikel zum Thema hinweisen: „Zieh’ dir mal was ĂĽber “ heiĂźt er und steht unter dem Motto „Schwul oder hetero: Wer ein Kondom trägt, zeigt VerantwortungsgefĂĽhl“:

Es macht den Mann zum Idioten, wenn er zu dumm fĂĽr Kondome ist.

Und wenn unsere Gesetze den einen – der weiß, dass er krank ist und trotzdem ohne Kondom Sex hat – wegen Körperverletzung vor Gericht bringen können, dann sollte der andere eigentlich wegen Dummheit gleich mitverurteilt werden.

Julia Seeliger und Boris von Brauchitsch im „Fluter“, 20.9.12
In dieses Magazin solltet Ihr öfter mal reinlesen.

Pressekonferenz zur Vorstellung der neuen „mach’s mit“-Kampagne „Wissen & Kondom“

Ohne Kommentar (Quelle: Gesundheit AdHoc):

Berlin – Seit 2007 ist die Zahl der HIV-Neuinfektionen in Deutschland jährlich zurĂĽckgegangen. Die Bundeszentrale fĂĽr gesundheitliche Aufklärung (BZgA) hat mit ihrer Kampagne zur HIV/AIDS-Prävention mach’s mit entscheidend dazu beigetragen. (…) Erfahren Sie, wie sich die BZgA dieser Aufgabe annimmt und dabei Wege geht, die wirklich neu sind.
Zur Präsentation der neuen mach’s mit-Kampagne „Wissen & Kondom“ laden wir Sie herzlich ein.
Wann: Dienstag, 27. März 2012, 11 Uhr
Wo: Kalkscheune, Johannisstr. 2, 10117 Berlin
Ihre Gesprächspartner:
Daniel Bahr Bundesminister fĂĽr Gesundheit
Prof. Dr. Elisabeth Pott Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

Immer mehr Jugendliche und Erwachsene schĂĽtzen sich mit dem Kondom

Diese Pressemiteilung anlässlich des Deutsch-Österreichischen Aids-Kongresses (15.-18. Juni 2011, Hannover) spricht für sich:

Seit Beginn der Aidsaufklärung in Deutschland führt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) jedes Jahr die Repräsentativerhebung „Aids im öffentlichen Bewusstsein“ durch. Die Studie erhebt Daten zu Wissen, Einstellungen und Schutzverhalten der Menschen in Deutschland und erfasst, ob die Botschaften der BZgA-Kampagne GIB AIDS KEINE CHANCE in der Bevölkerung ankommen. Im Vorfeld des Deutsch-Österreichischen Aids-Kongresses (DÖAK), der vom 15. bis 18. Juni 2011 in Hannover stattfindet, veröffentlicht die BZgA die neuesten Ergebnisse.

Danach hat sich die Nutzung von Kondomen immer stärker in der Bevölkerung etabliert. Inzwischen schĂĽtzen sich 87 Prozent der 16- bis 44-Jährigen zu Beginn neuer Partnerschaften mit einem Kondom. Mitte der 90er Jahre waren es noch 65 Prozent. Auch die Kondomnutzung bei Befragten mit sexuellen Risikokontakten ist weiter gestiegen. 86 Prozent der 16- bis 65-Jährigen mit mehreren Sexualpartnerinnen oder -partnern im vergangenen Jahr geben an, Kondome zu verwenden – ein neuer Höchststand. Dass Aidsprävention wirkt, zeigt sich auch an der deutlich rĂĽckläufigen Zahl derer in dieser Gruppe, die keine Kondome benutzen. Ende der 80er Jahre gab dies knapp die Hälfte (46 Prozent) der 16- bis 65-Jährigen mit wechselnden Sexualpartnerinnen oder -partnern an, heute sind es noch 14 Prozent.

„Unsere Studie zeigt, dass es in Deutschland keine wachsende Nachlässigkeit beim Schutz vor HIV/Aids gibt. Immer mehr Jugendliche und Erwachsene schützen sich mit dem Kondom“, erklärt Prof. Dr. Elisabeth Pott, Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. „Auch 30 Jahre nachdem das Krankheitsbild Aids erstmals beschrieben wurde, ist Prävention das Mittel der Wahl, um einer weiteren Ausbreitung der HIV/Aids-Epidemie vorzubeugen. Um in der Aidsprävention auch zukünftig erfolgreich zu sein, entwickeln wir unsere Kampagne stets weiter. Wie wissenschaftliche Erkenntnisse der letzten Jahre zeigen, können sexuell übertragbare Infektionen wie Syphilis oder Tripper das Risiko für eine Ansteckung mit HIV erhöhen. Deshalb spielt dieses Thema auch in unserer Kampagnenarbeit eine immer größere Rolle.“

Na also: es geht doch. (Quelle: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung)