Islamistische Terrorkondome in England!

Ein Gespenst geht um in Europa (na ja, nicht ganz, nur in England, das ist bekanntlich was anderes, aber soooo breit ist der Kanal ja nun auch nicht) – das Gespenst des Kondomterrorismus!

Was war passiert? Eine Kondomkrise war ausgebrochen:

krise

Der blanke Horror…

risk

Die englische Polizei hat bei einem dubiosen eBay-Händler 10.000 Schrottkondome in Durex-Folien gefunden. Das ist natürlich ärgerlich, denn die Kondome, die da als vermeintlich gute Markenware vertickt wurden, sind offensichtlich so mies, dass sie nicht mal die grundlegenden Tests bestehen (wer stellt sowas her? Selbst für den einheimischen Markt in China gibts gewisse Standards… Nun ja, wer lose Kondome vermeintlich supergünstig bei eBay kauft, ist eigentlich schon ein Fall für die Zwangskastration – denn leider führt ja gerade die Anwendung von löchrigen Kondomen dazu, dass diese Geiz-ist-Geil-Typen sich ungehindert fortpflanzen, während die, die vernünftigerweise gute Kondome verwenden, ihren Stammbaum der geplanten Obsoleszenz zuführen). Außerdem… wenn sich „Millionen Briten“ diese 10.000 Kondome teilen müssen, das ist dann schon riskant…

Sei es, wie es sei, sowas passiert immer wieder, es gibt ja immer wieder Abnehmer und daher auch immer Leute, die diese Nachfrage befriedigen. Kapitalismus pur. Aaaaaaber… wir leben ja in der Ära nach 9/11, und da hat natürlich alles einen ordentlichen terroristischen Hintergrund zu haben, schließlich gibt es ja berechtigte Sicherheitsinteressen, nicht wahr, und wir brauchen mehr Überwachung, denn:
jihadists

Zieht Euch warm an, Leute. Bald kommen die Kondomhändler der ISIS und zwingen Euch, gefälschte Kondome zu kaufen, damit sie ihren Staat damit finanzieren können.

Social Sex

Daumen runterWillkommen in der Welt der Wissenschaft (oder so). „Der Kondom-Hersteller Durex gibt überraschende Studien-Ergebnisse bekannt: Demnach überprüfen gut fünf Prozent der Smartphone-User während des Liebesspiels Facebook, zwölf Prozent telefonieren“, meldete gestern der FOCUS und bot damit wiedermal ein typisches Beispiel für den investigativen Journalismus, den dieses Blättle auszeichnet.
Ungeachtet der Tatsachen, dass Durex kein Kondom-Hersteller ist (Durex ist eine Marke, Hersteller wäre Reckitt-Benckiser als Markeneigentümer) und das Ganze natürlich auch keine Studie (und mal ganz außen vor gelassen, dass der Einzige, der Facebook „überprüfen“ könnte, der Bundesdatenschutzbeauftragte wäre), und wird zumindest mal eine Quelle für diese (schlampig übersetzte) Meldung angegeben – nämlich CNET, wo die Studie schon zu einer Umfrage geschrumpft ist und als Quelle lediglich auf eine Pressemeldung von Durex verwiesen wird, die (wörtlich!) in mehr als 40 „Nachrichten“-Portalen wiedergekäut wird (Stand gestern abend; heute werden es noch mehr sein).
Weder bei Durex selbst noch beim benannten Umfragedurchführer OnePoll finden sich jedoch Hinweise auf diese Umfrage, so dass wir weder wissen, wieviele Leute befragt wurden noch wann das Ganze stattfand. Hmnja. Mehr als

A recent poll for Durex (OnePoll) on the UK’s sex life revealed shocking statistics including 12% of people had answered a phone during sex, one in ten had read a text and over 5% of respondents had even checked Facebook while making love.

ist nirgendwo zu finden.
Was sagt uns das also? Wiedermal eine typische Luftnummer; billige Effekthascherei. Offenbar wird bei Durex das Geld für richtiges Marketing langsam knapp…

Bei Durex gehen die Lichter aus

Nein – nicht, dass jemand denkt, die geben auf, keinesfalls. Es geht vielmehr um die Umweltinitiative „Earth Hour“, bei der – als Signal zum Energiesparen – am 29. März in vielen Städten eine Stunde lang die Lichter ausgehen sollen.

Eine ungenutzte Stunde – und dazu noch im Dunkeln? Könnte man ja ins Grübeln kommen. Oder über’s Energiesparen nachdenken. Nee, geht ja mal gar nicht. Lieber… na ja. Hauptsache, man kann sich wieder mal in den Vordergrund rücken.

Durex ist kein Konzern

Daft Punkt WerbekondomManchmal kriege ich echt die Krise, wenn ich so qualitätsjournalistische Auswürfe zu lesen bekommen – insbesondere, wenn diese dann hundertfach wiedergekäut und auch noch im letzten Käseblättl irgenwo aufs Papier gerotzt oder als Bindemittel zwischen Online-Werbebannern benutzt werden. Dieser Tage geht eine „Meldung“ (ich kann das nur in Anführungszeichen schreiben, sorry) über so eine obskure Band namens Daft irgendwas durch den Online- und Raschelblätterwald, da stehen dann so Sachen wie:

  • Daft Punk & Durex bringen Kondome auf den Markt (OK!Magazin)
  • Daft Punk: Ihre Kondom-Linie wird zum Club-Hit (Klatsch-Trasch.de)
  • Daft Punk: “Get Lucky” gibt es jetzt auch als Kondom
  • „Get Lucky“ dank Daft Punk: Französisches Elektro-Pop-Duo bringt Pariser heraus (Stern)
  • Das Due Daft Punk stellt jetzt Kondome her (dpa)
  • Daft Punk verkaufen Kondome „Get Lucky“ mit Verhütungsmitteln (Pro Sieben)

(Nein, ich verlinke den Mist nicht. Sucht’s Euch selber, wenn Ihr’s braucht)
Da ist dann im „Text“ vom „Kondom-Konzern Durex“ die Rede; einen Tag vorher war es noch eine „Kondomfirma“ – dass das nur eine Marke ist, die dem US-amerikanischen Mischkonzern Reckitt-Benckiser (andere Marken: Clearasil, Calgon, Nurofen, Vanish, Finish…) gehört, ist irgendwie uninteressant. Das Ganze wird als „skurrile Geschäftsidee“ bezeichnet, die nur noch durch – man glaubt es kaum – Action-Figuren (!) überboten werden wird… und all das ist so wahnsinnig neu und phantastisch und großartig und skurril und geil und wow… Ja, Kondome mit Verhütungsmitteln, wo gibts denn sowas. Und die Zwei-Mann-Band mutiert in der Presse auch gleich zum „Hersteller“ (wenn die sich selbst als solcher bezeichnen würden, wäre das in Deutschland schon Grund für eine saftige Abmahnung).
Reality Check: Eine „eigene Kondommarke“ kann jeder herausbringen. Es gibt genügend Firmen, die direkt auf sowas spezialisiert sind (nennt sich „private label“), und so gut wie jeder Hersteller bietet das quasi als Nebenbeigeschäft mit an – genau das, was auf dem Bild zu sehen ist: ein schlichtes Werbekondom.

Wissen BILD-Leser nicht, wie ein Kondom aussieht!?

aufgeklebte KondomeNun, zumindest hat es den Anschein; warum sonst müsste BILD ein Foto derart nachbearbeiten? Ein kürzlich veröffentlichter Beitrag über die Forderung der Hamburger Grünen-Chefin nach kostenlosen Kondomen für Hartz-IV-Bezieher wurde mit einem Foto der Politikerin illustriert, auf dem sie drei Kondome zeigt – es könnte ja sein, dass jemand nicht weiß, wie die so aussehen. Damit das Ganze noch deutlicher wird (es bestünde ja sonst die Möglichkeit, dass man die viereckigen Siegelfolien mit dem deutlich sichtbaren Aufdruck „Durex“ für irgendentetwas anderes halten könnte – Schokoriegel, Dollars, Bildungsgutscheine…), hat der zuständige Realitätsverzerrer noch schnell ein Kondom außen auf die Siegelfolie draufretuschiert Durex Kondom (Sorte: Be Close, Juni 2013) Vorderseite(links im Bild ein echtes Durex-Kondom, mal schnell eingescannt). Natürlich könnte dadurch jetzt (zumindest bei Leuten, die noch nie Kondome benutzt haben – ist das die Zielgruppe der BILD?) der Eindruck entstehen, Kondome gebe es nicht hygienisch versiegelt IN einer Folie, sondern aufgeklebt AUF eine solche. Ich weiß ja, dass BILD-Leser gerne für dumm gehalten werden, und dass deswegen viele Politiker gerne in der BILD auftreten, wo sie meist unwidersprochen den größten Blödsinn ablassen können, aber manchmal… ach, vergessen wir’s.

Ich bin dafür, BILD-Redakteue mit gratis Kondomen zu versorgen. Durex, ausgepackt und augeklebt, natürlich. Vielleicht kann dann die nächste Generation Zeitungsleser wieder Vertrauen fassen in die Berichterstattung.

Bild- und Artikelquelle: www.bild.de/regional/hamburg/kondome/gratis-fuer-beduerftige-fordern-gruene-30785958.bild.html, Bild-Unterschrift: „Hamburgs Grünen-Landeschefin Katharina Fegebank (36) will Menschen mit Hartz IV bei der Verhütung helfen“, Foto: Ronald Sawatzki. Ich lasse ja in diesem Blog nicht gerne den Piraten raushängen, aber ich hoffe, der Ausschnitt ist klein genug, dass hier nicht gleich wieder eine Horde Anwälte wegen Urheberrechtsverletzung in die Spur geschickt wird, weil ich mit dem „Content-Diebstahl“ die gesamte Familie des Fotografen (der von der kleinen „Nachbearbeitung“ seines Fotos möglicherweise gar nichts weiß?) ins jahrhundertelange Elend stürze. Das veröffentlichte Bild ist 1280×720 Pixel groß, besteht also aus 921.600 Bildpunkten; der Ausschnitt ist 128×146 Pixel große, hat also 18.688 Bildpunkte, das entspricht 2% des Originalbildes. Sollte als Zitat gerade noch durchgehen.

Ach so, was wollte die Grüne da gleich noch? Ach ja: „IHRE FORDERUNG: KONDOME GRATIS. SPIRALE UND PILLE AUCH! Ein Rundum-Sorglospaket sozusagen wie es vor 2005 war, bis die Hartz-IV-Gesetze eingeführt wurden.“ Ich glaube, die Grammatik ist © BILD, die junge Frau sieht dafür zu intelligent aus. Und natürlich gab es auch vor 2005 kein Recht auf Gratiskondome. Aber hej, wen scheren schon solche kleinen Retuschen an der Realität 🙂 Schließlich stecken in dem „Artikel“ ja noch ein paar mehr.

Durex? Fail! Batman wins.

Seitdem die Marke Durex zum großen US-Konzern RB gehört, weiß dort die rechte Hand nicht mehr, was die Linke tut. Katastrophal in Auge gehende Social-Media-Kampagnen auf der einen Seite (Durex condoms‘ social media strategy goes wrong, berichtet MSN Money über eine Kampagne, die total vertrollt endete) und die „Love Ville“ Bologna auf der anderen Seite (Durex kürt Bologna zur „Loveville“: Wie man clever Kondome vermarktet) machen die Marke zu einer ziemlich unübersichtlichen Spielwiese für Werbeagenturen. Nun ja, Durex kann sich’s leisten – und offenbar steckt man das Geld lieber in Werbung als in bessere Ware (seit Jahren hat Durex noch keinen Nachfolgeproduzenten oder -produkt für die Avanti Ultima gefunden…). Ich würde mich nicht wundern, wenn die Kunden irgendwann entdecken, dass Durex-Kondome eigentlich nichts besonderes sind, sondern auch oft nur vom preiswertesten Dritt-Anbieter gefertigte Auftragsware, die zu überhöhten Preisen vertickt wird. Aber egal – es gibt ja genügend Alternativen.

Nigeria Connection

Nigeria Bus PreacherNun ja, Nigeria ist für jeden, der berufsmäßig viele eMails bekommt, ja normalerweise ein Land, um das man einen großen Bogen macht; berühmt-berüchtigt durch die „Nigeria Connection“ oder den „Nigeria Scam“, und unter Komdomherstellern ist das Land wegen der vielen scheinbar aus irgendwelchen Ministerien kommenden Anfragen nach soundsoviel Millionen Kondomen auch schon so ziemlich die unbeliebteste Gegend, in die man ein Angebot schickt. Das führt dann dazu, dass man dort eben keine wirklich guten Kondome bekommt – außer Durex ist da nicht viel zu haben, wenn man von den durch die Regierung verteilten chinesischen Wundertüten mal absieht. Mit der Zeit bekommt der durchschnittliche Nigerianer also eine gewisse Allergie gegen die Allgegenwärtigkeit der Marke Durex – was dann dazu führen kann, dass Leute, denen Durex-Kondome aus der Tasche (oder, wie in diesem Fall, aus der Bibel) fallen, mal böse eins auf die Rübe bekommen:

A bus preacher was almost lynched on Saturday morning at Toyota Bus stop, in front of the popular Ladipo Spare parts market, when some condoms allegedly fell out of his bible as he preached the ‘Word of God’. […] According to an eye witness, Mr. John Mbakogu, who was on his way to his shop at Ladipo, “People were just falling as he was laying hands. One man almost fell out of the bus under the influence of the Spirit. It was amazing until he raised his hands to cast the demons out of one girl, and 2 Durex condoms fell out.”

So schreibt die Daily Post. Interessant, auf was die Leute so achten, wenn jemand predigt.

Zwischendurch: Kondomwerbung

(c) DurexUnd wieder einmal beschäftigt sich ein Blog mit der schon fast legendären Kondomwerbung von Durex – diesmal finden sich „31 kreative Durex Kondom-Ads“ im Klonblog – ohne viel Kommentar an- bzw. untereinander gereiht, aber nichtsdestotrotz sehr sehenswert.

Kondomwerbung in Polen

Im Blog für kreatives Marketing fiel mir heute ein Beitrag über Kondomwerbung auf. Ich halte diesen Spot für einen sehr gelungenen Ansatz, wie man Kondomwerbung locker und doch nachdrücklich rüberbringen kann:

PS. Man muss nicht polnisch können, um die Botschaft zu verstehen 🙂

Kondome der Mischungs-100

WTF? Na klar, wiedermal automatische Übersetzer am Werk. Soviel zum Thema: Wir Amerikaner können alles… (und mein Freitag ist gerettet).

(1) Trojan, Durex, Lebensstile und mehr Vielzahl-Satz.
(2) 100 CONDOMS+FREE, DIE ALLE USA VERSENDEN.
(3) EINZELTEIL EXP. DATUM ÜBER 10-monatigem ZU 3-jährigem.
(4) umfaßt dieser Vielzahlsatz eine gelegentliche Zusammenstellung der folgenden Kondome:
Trojan: Ihr Vergnügen, verdrehtes Vergnügen, ENZ, Feuer u. Eis, intensives gewelltes, Vergnügens-Satz
Durex: Besonders empfindlich, Performax, Pleasuremax, intensive Empfindung, natürliches Gefühl, tropische, maximale Liebe, ihre Empfindung, hohe Empfindung, erhöhtes Vergnügen, Regenbogen, Extrastärke
Lebensstile: Gemütlicherer Sitz, bloßes Vergnügen, sortierte Farben, Extrastärke, XL, gewellte Vergnügen, Smoking, ultra empfindlich, ultra dünn, ultra geschmiert, sein n ihr Vergnügen, Vergnügen geformt.

Ach ja, ganz wichtig: SIE ERHÄLT MÖGLICHERWEISE IRGENDEINE MARKE KANN NICHT. ES GIBT EIN MINIMUM VON 40 LIEFERTERMINEN. WENN SIE DIESES LANGE NICHT WARTEN KÖNNEN, BESTELLEN SIE NICHT VON US!
Ach so, Quellenangabe fehlt noch. Falls Ihr kaufen wollt 🙂 Hier: iOffer – Connecting MILLIONEN von Käufern und Verkäufern seit 2002.