Wang Fang Dong

… ist kein chinesischer Minister, sondern es sind drei von insgsamt über 150 Synonymen für den Penis, die im englischsprachigen Raum (angeblich) verbreitet sind. Davon abgesehen, dass ein durchschnittlicher Engländer oder Amerikaner da vielleicht auf Anhieb nur 10 aufsagen kann, ist das schon eine ganz beachtliche Liste (auch das Urban Dictionary kennt einige, aber nicht ganz so viele).
Drauf gestoßen bin ich jetzt (wieder), als der Wang (also jetzt nicht der Penis, sondern der New Yorker namens Wang – und ja, der heißt wirklich so) durch die Redaktionsstuben des Pressemeldungsverbreitungs-Qualitätsjournalismus ging:

Zusammen mit dem Kondomhersteller Trojan hat der New Yorker Modemacher Alexander Wang eine limitierte „Protect your Wang“-Kollektion herausgegeben – inklusive Kondom.
Alle Kleidungsstücke, darunter ein T-Shirt, eine Cap, ein Bandana und Socken, tragen die selbstironische Aufschrift „Protect Your Wang“ – auf Deutsch: „Schütze Deinen Schwanz“. Zusätzlich hat der schwule Designer ein eigenes Kondom entworfen, das es beim Kauf jedes Produkts dazugibt.

(Queer.de)

Wobei: ich bin mir eigentlich ziemlich sicher, dass er nicht „das Kondom“ entworfen hat, sondern die Umverpackung (jede Wette, das da ein ganz stinknormales Trojan-Standardkondom drin ist). Aber wen interessieren schon solche Kleinigkeiten :-), wenn es um so herausragende und künstlerisch wertvolle Arbeiten geht, wie weißen Text auf schwarzen Grund zu setzen.

Geld für die Gebrüder W.

Hach, wer hätte das gedacht…
Ich hatte ja vor drei Jahren bereits berichtet, dass die Gebrüder Warner aus Amerika mit dem Aufpoppen der Harry-P.-Kondome auf dem Schweizer Markt nicht glücklich waren (also, zumindest nicht, solange sie davon keine monetären Vorteile hatten). Jetzt meldete MSN, dass die Warners nun endlich den Gewinn abschöpfen dürfen, der ihnen ihrer Meinung nach zusteht:

Das Kantonsgericht Schwyz verpflichtete die Magic X im November 2017 zur Herausgabe des Gewinns aus dem Verkauf der „Harry Popper“-Kondome.
Weil die Firma nicht ausreichend Belege für die Höhe des Gewinns lieferte, musste das Gericht diesen selbst schätzen. Dabei kam es auf einen Betrag von insgesamt über 160’000 Franken.

Das ist doch schon ein ganz schönes Sümmchen… und dazu kommen noch die ganzen Kosten für den Rechtsstreit (auch in der Schweiz nicht ganz billig) und was weiß ich noch alles. Hoffen wir mal, dass Magic-X das wegstecken kann und bei der nächsten Eigenmarke ein besseres Händchen (und einen besseren Berater vorab) hat.

Freiheit sollte man aushalten können

Die römisch-katholische Kirche hat eine lange und beschämende Tradition, wenn es um Gesinnungsterror und die Verhinderung von Meinungsfreiheit geht, aber sie hat sich in der Neuzeit auch entwicklungsfähig gezeigt – mit dem Ergebnis, dass der durchschnittliche Katholik heutzutage nicht mehr zum Schwert greifen muss, wenn er einem Nichtkatholiken begegnet, und auch durchaus in der Lage ist, die Existenz anderer Weltanschauungen anzuerkennen und sich, kurz gesagt, um seinen eigenen Kram zu kümmern.
Heutzutage kommen die militanten Kreuzzügler eher aus dem Lager der extremen (sogenannten) „Linken“, wo man die Demolierung fremden Eigentums oder die „Umgestaltung“ (sprich: Demolierung) von Läden im Interesse der Bekämpfung „falscher“ Meinungen (der Inhaber) für legitim, ja sogar geboten hält. Warum erzähle ich das? Es gibt in Berlin eine Apotheke, deren Inhaber offen als Katholik auftritt, seine Offizin entsprechend mit Porträts des Staatsratsvorsitzenden Papstes und Kreuzen dekoriert und Verhütungsmittel (wie z.B. Kondome) nur sehr ungern – und wenn, dann mit der freundlichen Aufforderung versehen, doch lieber Kinder zu bekommen – vertreibt. Nun mag das nicht jedem gefallen, aber angesichts der ohnehin zu großen Apothekendichte in der Gegend ist ja auch niemand gezwungen, dahin zu gehen (und nebenbei geagt: aus berufsrechtlicher Sicht gab es gegen diese Apotheke noch nie Beanstandungen), was aber manche Moralwächter nicht davon abhält, handgreiflich zu werden:

Zum Weltfrauentag 2009 gab es deshalb erstmals eine Protest-Demonstration gegen ihn, zum Weltfrauentag im März 2010 ging seine Schaufensterscheibe zu Bruch, 2011 ein weiteres Mal. Zum zweiten Anschlag bekannte sich eine Protestgruppe im Internet. Man habe die Apotheke „umgestaltet“, dabei seien „einige Scheiben zu Bruch“ gegangen. Die Begründung: Die Apotheke vertrete ein verschärftes Bild einer patriarchalischen Gesellschaft.
Im März 2014 wurde das Schaufenster der Undine-Apotheke fast vollständig mit roter Farbe beschmiert. Auch hier riefen die Täter zur Teilnahme am „Frauenkampftag“ auf. Ein paar Monate darauf musste Kersten eine weitere Farbbeutelattacke verkraften. Auf der Website indymedia.org schrieben die selbst erklärten Täter aus der linken Szene: „Wer aus Gewissensgründen meint, Frauen das Recht auf Selbstbestimmung streitig machen zu müssen, darf sich nicht wundern, wenn er aus Gewissensgründen seinen Laden demoliert bekommt.“

So schreibt Apotheke adhoc gestern über den „Moral-Apotheker“ (Leute! Bitte! Der hat wenigstens noch eine…).
Meine Meinung? Wenn ich Kondome kaufen will, würde ich ohnehin nicht zu einer katholischen Apotheke gehen (sondern online einkaufen), und davon, anderen eine Meinung mit Gewalt aufzudrücken, halte ich schon mal gar nichts. Solange es eine Niederlassungsfreiheit für Apotheken gibt (das ist nicht in jedem Land so), spricht nichts dagegegen, dass man sich aussuchen kann, in eine katholische, islamische oder schwul/lesbische, in eine Familien oder Frauen-Apotheke (oder von mir aus auch in eine Apotheke für alte, weiße Männer) zu gehen, so wie man sich auch seinen Lebensmittelhändler frei wählen kann.
Die Undine-Apotheke schließt Ende September. Manche werden sich nun ins Fäustchen lachen, andere schadenfroh jubeln. Ich finde es einfach nur beschämend, dass man Menschen mit abweichenden Ansichten heutzutage in Deutschand so behandeln darf.
Ich suche mir meine Freunde jedenfalls nicht danach aus, ob sie Kondome mögen oder nicht.

Hartzer: heute gratis Kondome – morgen Fortpflanzungsverbot?

Irgendwie geistert das Thema hier schon durchs Blog, seitdem ich hier schreibe – irgendjemand (mal dieser, mal jener, aber die Grünen sind nie weit weg) fordert immer wieder gratis Kondome für Geringverdiener:

Die Grünen im Bundestag wollen Empfängern staatlicher Leistungen wie BaföG, Hartz-IV oder Wohngeld einen kostenlosen Zugang zu ärztlich verordneten Verhütungsmitteln verschaffen. „Gleichzeitig muss auch der kostenlose Zugang zu Kondomen gefördert werden“, heißt es in einem Antrag der Fraktion.

… schreibt aktuell die MZ und beklagt die „zu teuren Verhütungsmittel“. Echt mal, jetzt. Genügend Geld für Kondome ist im Regelsatz drin, das habe ich vor Jahren schon durchgerechnet, und der Preisanstieg seitdem ist weitaus geringer ausgefallen als der für Schokolade, Zigaretten, Benzin oder eigentlich alles.

Manchmal weiß man echt nicht mehr, was man noch sagen soll. Warum tun die das? Sollen die keine Kinder mehr kriegen dürfen, oder was? Gebt ihnen gratis Kondome, und die Ausgaben für Kindergeld werden wieder sinken? Wir haben Kindergartenplätze für alle versprochen, aber es klappt nicht, also müssen wir halt die Nachwuchszahlen reduzieren?
Es gibt einige Länder, in denen man sich als Bedürftige(r) schon jahrelang gratis Kondome holen kann – nur: es bringt nichts. Gratis Kondome werden mit Sicherheit auch hierzulande die Kinderzahl von Geringverdienern NICHT wesentlich beeinflussen. Bleibt dann nur noch die staatliche Regelung der Kinderzahl – Geringverdiener maximal zwei (davon natürlich mindestens ein Mädchen, zwei Jungs wäre ja …. aber das ist ein anderes Thema), und dann je nach Gehalt etwas mehr. Vielleicht kriegt man ja auch diese Weise die Schere zwischen arm und reich wieder geschlossen – Reiche müssen je nach Vermögen mindestens soundsoviel Kinder kriegen (nötigenfalls halt adoptieren), damit verteilt sich die Erbmasse und das Vermögen der Einzelnen sinkt wieder, und Arme pflanzen sich einfach gar nicht mehr fort, dann stirbt die Armut einfach aus und alle sind gleichmäßig mittelreich…
Tja. Geliefert wie bestellt, höre ich da schon… und mit gratis Kondomen gehts los. also: Lasst es doch endlich.

Allet Jute

Ach, wenn es doch nur so einfach wäre mit der Satire – gerade wenn die EU-Brüssokratie eine Steilvorlage nach der anderen liefert, gäbe es doch nun genug Dinge, die man durch den Kakao ziehen könnte (in der Einweg-Plastiktasse, selbstverständlich, solange es noch geht, und am besten mit Wattestäbchen noch mal umrühren). Aber dass Satire manchmal nur noch peinlich ist, beweist heute das „Glasauge“, nach eigenen Angaben DAS SATIREMAGAZIN DER WELT (OK, kann man auch durchaus selbstsatirisch verstehen):

Aufgrund des geplanten Plastikverbots in der EU gilt beim Liebesspiel eine neue Verordnung: Kondome müssen wiederverwendbar und aus organischen Materialien sein.

Haaaaa haaaaaa haaaaaa (So auf Faultier-Art, wie in dem Trickfilm, wissenschon).
Nichts am normalen Kondom ist aus Plastik (außer der Einsiegelung der Umverpackung der Siegelfolien, Sie wissen schon, Verpackungsqual dritten Grades und so). Kondome sind aus organischen Materialien (zumindest war Latex, als ich das letzte Mal ins Lehrbuch geschaut habe, noch organisch. Künstliche Gummibäume aus Plastik gibts vielleicht beim Homedesigner, aber nicht in der Gummifabrik), und sie sind (zumindest prinzipiell) wiederverwendbar (dass man das aus gewissen Gründen nicht machen SOLL, weswegen es auch groß auf jeder Packung draufstehen muss, ist was anderes und – obwohl auch EU-Regelung – zweifellos auch sinnvoll, sofern man nicht weitab in Afrika wohnt, wo in einigen Gegenden aus Mangel und Not Kondome tatsächlich mehrfach verwendet werden, zumindest solange Afrika noch nicht in der EU ist).

Spätestens neun Monate nach der neuen Kondomverordnung werden viele EU-Bürger feststellen, wohin Konsum ohne Sinn und Verstand führt, und womöglich mehr auf wiederverwendbare Sexualpartner setzen.

Haaaaa haaaaaa haaaaaa. Echt mal jetzt.

Bei 20 ist Schluss

Neues von den Verkehrswächtern:

Wer schon 20 Kinder hat, wird zur Benutzung von Kondomen verpflichtet. Andernfalls droht Schnipp-Schnapp, Schniedel ab.

Quelle: Bored Panda

Stoppt die globale Erwärmung! Benutzt Kondome!

Na das wäre doch mal DAS ultimative Pro-Kondom-Argument, insbesondere für Leute, die von anderen gern „linksgrünversiffte Gutmenschen“ (googelt mal, ist lustig) genannt werden. Wie ich darauf komme? Ich war gestern ja seit längerer Zeit mal wieder twittern und fand das hier:
Sowas macht mich natürlich sofort mehr als neugierig, so dass ich natürlich voller Vorfreude den Link anklickte. Ich landete, wie ja eigentlich nicht anders zu erwarten, auf einer Wir-sind-ja-so-toll-Seite (vulgo: landing page) zugunsten des Onlinehändlers Lucky Bloke, wo ich dann nach heftigen Scrollversuchen und der widerspenstigen Lektüre von 697 (ich habs gezählt!) Worten Werbung folgenden Satz fand:

After all, fewer unintended pregnancies means a smaller population, which in turn means less poverty and even reduced greenhouse gas emissions.

Captain Obvious hatte wieder einmal zugeschlagen! Aber natürlich kann man auch das noch ausführlicher erklären – es ließ sich nämlich noch weiterklicken, und zwar zu einem Beitrag im Salon vom letzten Sommer(loch), der aber auch nur einen gekürzten Auszug aus “Drawdown: The Most Comprehensive Plan Ever Proposed to Reverse Global Warming.” (Hrsg. Paul Hawken, Penguin Books 2017) darstellt.

Nun ja. Hindert die (armen) Leute daran, sich fortzupflanzen, und alles wird gut.
Nicht.

Bring Your Own Condom

Eigentlich (ich bin ja nur ein Gelegenheits-Twitterer) wollte ich nur mal nach neuen Meldungen zum Hashtag #BYOC schauen. Ich kenne das nur (OK, sicher kondomscheuklappenbedingt) als Kürzel für „Bring Your Own Condom“ = verlass Dich nicht darauf, dass Dein Partner eins dabei hat, sondern bring selbst welche mit.
Und was scrollte da durch meine Timeline? Das hier:


Einen Messetand mit Tips zum Recyceln von Anwälten. Das finde ich ja nun mal echt klasse. Man verbraucht ja so unheimlich viele davon. Ständig.

Und nebenbei musste ich lernen, dass BYOC auf alles passt, was mit C anfängt – Bring your own cup, cello, clothes … und Brew your own coffee 🙂

Mittwoch ist Schwurbeltag

Ich bin gerade über eine Seite gestolpert (kommt ja öfter mal vor, sowas). Lauter medizinische und Medizin-affine Themen, viel Text. Unter anderem einer mit dem Titel „Was ist ein Kondom?“. Gute Frage, dachte ich, man sollte ja mal wieder zu den Basics zurückkommen; man setzt ja immer voraus, dass alle Leute wissen, was ein Kondom ist – was aber, wenn jemand das tatsächlich nicht weiß?
Lesen wir also mal in diesem Artikel (Ihr müsst da nicht hin, und wenn doch, dann macht vorher den Adblocker an, da ist haufenweise Werbung dazwischen):

Ein Kondom ist eine Hülle aus Latex, Polyurethan, Polyisopren oder Lammfell.

Lammfell, soso. Kuschelkondome, oder was? Echt jetzt? Ach nee, doch nicht:

Lammfell-Kondome werden aus Schafdarm hergestellt

Jaaa soo. Alles klar, Liegt ja auch auf der Hand. Schaf = Lamm und Fell = Darm. (Gemeint sind sicherlich diese; andere gibt es von dieser Art nicht)

Trockene Kondome sind vorhanden, aber geschmierte Kondome machen oft sexuelle Aktivität für beide Partner bequemer.

Klar. Läuft ja dann wie geschmiert. 🙂

Die Weltgesundheitsorganisation hat die Voraussetzungen für die Kondomqualität empfohlen, die viele Länder folgen.

Äh… nein. Es ist nicht wie WHO, sondern die ISO, und sie hat nichts empfohlen, sondern festgelegt, und zwar nicht die Voraussetzungen für die Qualität, sondern die Mindestanforderungen an die Qualität. Aber sonst, ja, im Prinzip schon, durchaus, wie der Sender Jerewan melden würde.

Weibliche und männliche Kondome sollten nicht gleichzeitig verwendet werden.

Nee, nicht dass die sich dann noch fortpflanzen. Geht ja gar nicht. (Es heißt „Kondome für Männer“ und „Kondome für Frauen“ bzw. „Frauenkondome“. Das Kondom als solches ist immer sächlich, es kann sich also nicht fortpflanzen, sondern muss nachgekauft werden.)

Kondome, die das Spermizid Nonoxynol-9 enthalten, werden nicht für Paare empfohlen, die Kondome für irgendetwas anderes als Schutz gegen Schwangerschaft verwenden, weil die Chemikalie das Risiko der HIV-Verringerung erhöhen kann.

Muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Also nicht das Spermizid, sondern die Aussage. Es erhöht das Risiko, dass HIV sich verringert. Risiko. Die Leute würden jubeln und nur noch spermizide Kondome kaufen, wenn das so wäre (Gibt ja nicht mehr viele, Amazon hat beispielsweise nur noch diese).

Ceterum censeo:

Es ist auch wichtig, Kondome richtig zu setzen, je nach den Anweisungen, um ihre Wirksamkeit zu erhöhen, welche Studien von 85 bis 98 Prozent, je nach Marke und wenn sie richtig verwendet werden.

Da verließen sie ihn dann wohl.

Let’s Groove

Die Österreicher wieder. Streiten sich darum, ob man bei „Groove“ (entsprechende Englisch-Kenntnisse vorausgesetzt) an Rillen denkt oder nicht. Nach Ansicht des Österreichischen Patentamts eine sehr wichtige Sache; denn, so schreibt der Kurier:

Der Ausdruck „Groove“ beschreibe die Beschaffenheit der Ware und könne daher nicht als Patent angemeldet werden. Man kann zum Beispiel den Begriff „flüssig“ nicht als Marke schützen lassen, weil flüssig ein Zustand von verschiedenen Produkten und nicht nur von einem ganz speziellen ist.
Die angesprochenen Verkehrskreise der Kondome, so das Patentamt, würden nicht in erster Linie an Rhythmus denken. Sie verfügten über eine Englischausbildung und würden das Wort mit „Rinne, Rille, Furche“ übersetzen. Den Konsumenten sei bekannt, dass Kondome stimulierende Wirkung entfalten, wenn sie über Rillen verfügen. „Groove“ sei also bloß eine Beschreibung des Produkts, und keine Marke.

Soll heißen: Denkt der Kunde beim Anblick des gerillten Groove-Kondoms an Musik, wäre der Name okay; denke er eher an die Rillen, dann nicht. Verstehe einer die Österreicher.
Die beauftragten Patentanwälte der Herstellerfirma Church & Dwight (es geht, wen es interessiert, um die TROJAN™ Groove™-Kondome, die tatsächlich eine ungewöhnliche Rillung aufweisen, siehe nebenstehenden Bildausriss) ließen sich aber nicht lumpen und riefen das OLG Wien an, wo sie schlussendlich Recht bekamen, denn die Richter meinten:

Das englische Wort habe sich im Deutschen verselbstständigt und werde nicht mehr nach seiner wortwörtlichen Übersetzung als „Rinne, Rille, Furche“ verstanden, sondern sofort mit richtigem Rhythmus und Tempo gleichgesetzt.
Zwar mag es beim Gebrauch des Produkts auch auf Rhythmus und Tempo ankommen, der konkrete Zweck des Kondoms ist aber laut OLG die Empfängnisverhütung. Insofern ist „Groove“ keine Beschreibung, sondern kann als Markenname der Unterscheidbarkeit von Produkten dienen.

Nun ja. Warum der Kurier das allerdings erst jetzt ausgräbt, ist mir ein Rätsel; die Eintragung der Wortmarke erfolgte unter der Nummer 2304/2015 beim ÖPA bereits am 20.1.2015…
NB. Der Zweck dieser Rillen ist laut Produktbeschreibung aber kein besserer Groove beim Sex, sondern besteht darin, das Gleitmittel der Beschichtung während der gesamten Benutzungsdauer besser verfügbar zu halten („This patent pending condom design features a raised texture to help keep the lube in place throughout use.“); außerdem heißen die Rillen dort auch nicht grooves, sondern channels.