Geschmäht sei, was hart macht

Die Berliner Morgenpost berichtete diese Woche über einen mehr als zwei Meter großen Phallus, der in Traunkirchen in Sichtweite eines gerade jetzt zu Ostern wohl stark frequentierten Pilgerwegs steht, und nun offenbar wohl wieder als Symbol für die Verklemmtheit eines ganzes Landes herhalten muss. Man habe schon einen Sichtschutz gebaut, sagt der Eigentümer von Kunstwerk und Grundstück, ein ortsansässiger Kunsthändler, und auch den Pilgerweg ein wenig weiter weg gelegt – genützt hat wohl alles nichts, dazu hat das Ding wohl doch eine größere Anziehungskraft, vielleicht gerade auf all jene, die so etwas nur vom Hörensagen kennen (dürfen).

Kunsthändler Jürgen Hesz (53) sagte am Mittwoch, er habe nun als Verhüllung ein großes Kondom in Auftrag gegeben. „Welche Farbe es haben wird, steht noch nicht fest.“ Es solle aber einen Aufdruck bekommen: „Gelobt sei, was hart macht. Oder: Gelobt sei, was hart wird“, so Hesz.

Frohe Ostern.
(Kleiner Tipp zum Eiersuchen: Wozu in die Ferne schweifen, sieh – das Gute hängt so nah…)
Quelle: http://www.morgenpost.de/vermischtes/article210241861/Aerger-um-Riesen-Penis-am-Pilgerweg-Ziehe-Kondom-darueber.html

Papst! Kondome! Nein! Doch! Oh!

Ja, ich habe schon vor Tagen darüber gelesen, danke der Nachfrage (Niki Johnson schuf in Milwaukee ein Porträt von Papst Benedikt XVI. aus ca. 17.000 verschiedenfarbigen Kondomen). Ist mit nur zu blöd, das auch noch wiederzukäuen. Papst-Kondom-Witze nutzen sich irgendwann ab, und als Provokation sehen das auch nur noch einsame merkbefreite Nichtdenker. Kann man für Kunst halten, sicher, aber ist eher Handwerk.
Außerdem gibts heute sowieso gleich hitzefrei für alle.

Pop…Pop… Pop Art Condoms – aus Kenia.

Pop art condoms from Jon Spangler on Vimeo.

(gefunden in der Huffington Post)
Frohe Ostern – und denkt daran, es sind zwei Feiertage – also ruhig noch mal eine extra Schachtel Kondome kaufen 🙂

Kondome fürs Ohr

(c) Izzy DrumgooleIch hatte ja schon verschiedentlich darauf hingewiesen, dass Kondome durchaus Kunst sein können – und fand heute ein weiteres Beispiel einer durchaus kreativen Nutzung von Kondomen – nämlich als Ohranhänger.
Idee und Ausführung sind von Izzy Drumgoole, und das verwendete Kondom ist ein „Tornado“ von ESP. Mit anderen Rundfolienkondomen geht das bestimmt auch – nur: verwenden sollte man die Kondome nach dem Durchstechen natürlich nicht mehr.
Ungeachtet dessen ist das natürlich eine feine Methode, die „Mach’s mit“-Idee zu propagieren.

Kondome sind Kunst

„Interaktiven Regen“ gibt es derzeit in Madrid zu besichtigen – ein freches und gleichzeitig verspieltes Kunstprojekt des Künstlerkolletivs „Luzinterruptus“:

Consisting of 800 liquid-filled condoms hanging from strings in a public square, the illuminated art project is playfully dubbed, „Prophylactic Rain That Doesn’t Wet Anything.“ The precariously hung droplets are located in the Campo de la Cebada, a popular space in Madrid that previously housed the city’s public swimming pool. The location has since been transformed into a meeting space where neighbors and artists congregate to play sports; however, plans are in motion to turn the land into a luxury tourist market.

…schreibt die Huffington Post unter Berufung auf die Website des Kunstkollektivs. Ein Video der Installation bzw. Aktion gibt es natürlich auch – erfreut Euch an hängenden, blau leuchtenden, mit Flüssigkeit gefüllten Kondomen:


Prophylactic rain that doesn’t wet anything from luzinterruptus on Vimeo.

Kontroversen, Künstler und Kondomfabriken

In der Thüringer Landeszeitung („tlz“) ist man über den Unterscheid zwischen einem Verwaltungsgebäude und einer Fabrikhalle wohl nicht so ganz im Bilde – oder (aber das will ich natürlich nicht unterstellen) man tut absichtlich so, als sei das ein und dasselbe. Kontroverser Erfurter Künstler arbeitet in Kondomfabrik heißt es da schon im Titel, und diese un-glaub-liche Tatsache (die ja gar keine ist, den er arbeitet im Verwaltungsgebäude, aber egal) macht den Künstler Ronald Neumeister zu einem „kontroversen“ Künstler – wobei hier anscheinend „kontrovers“ nur benutzt wurde, weil es so schon zu „Kondomfabrik“ und „Künstler“ passt, auch wenn es sich eher um einen Auftragsmaler handelt, denn „er erfüllte jeden noch so absurden Wunsch. Vom Kapitänsbildnis bis zu heroischen Schlachten reichte das Spektrum, das er seinen Auftraggebern auch heute noch offenhält.“ Nun ja, als Inhaber einer Werbeagentur weiß er zumindest, wie man an Kundschaft kommt – es sei ihm gegönnt. Vielleicht nützt es ja mal was.

Dass er zu einem der gefragtesten Künstler in Erfurt wurde, sorgte später die Parteileitung des Kombinates Mikroelektronik, die sich mit seinem Stil nicht mehr einverstanden erklärte und ihn nötigte, eine Kündigung zu unterschreiben. Danach wollte die halbe Stadt Bilder mit seinem Kürzel. „Ich habe gemalt, bis mir die Sehnenscheide entzündete…“.

Äh… ja. OK. So muss das wohl funktioniert haben im Sozialismus. Ihr werdet es schon wissen, liebe Redakteure.
Aber das Beste ist dieser Satz (über die Stadt Eisleben, Kreis Mansfelder Land): „ jeder Mensch dort sei ein Modell, vom Leben geprägt, echt und fotogen„. Wow. Wom Leben geprägte Echtmenschen, mitten in Eisleben. Hallelujah.

Das teuerste Kondom der Welt?


Seit über 20 Jahren am Markt, und immer noch zu haben: Das „Patched Condom“ von Dietmar Walther…
(Doch, ich mag Kunst. Wirklich.)
Möchte das nicht mal endlich jemand kaufen, damit es dort verschwindet? Danke!