Pornos: Endlich Gewinn dank Verzicht auf Kondome

Johoho, und ne Buddel voll Rum. Doch, tatsächlich, soll einer so gesagt haben. Wird zumindest auf einer zwielichtigen Nachrichten-Irgendwoher-Zusammenklau-Seite (Archiv) ohne Quellenangabe so berichtet, also muss es wahr sein.

Die Nettoeinsparungen, da keine Kondome gekauft werden müssen, sollten dazu führen, dass dieser kleine Betrieb bis Ende des Geschäftsjahres 2023 einen Gewinn erzielt.

Soll „Pornostar Matt Slayer gegenüber The Daily Beast“ gesagt haben. Denn:

MÄNNLICHE Pornostars haben sich nach dem schockierenden Urteil des Obersten Gerichtshofs zur Abtreibung beeilt, Vasektomien durchführen zu lassen.

Hört, hört.

Erwachsene in der Pornoindustrie arbeiten hart daran, Schwangerschaften am Set zu verhindern, aber einige Männer treffen angesichts der jüngsten Wendung der Ereignisse zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen, die Frauen in eine schwierigere Situation bringen könnten.

Ja, das sieht man immer in den Pornos, wie hart die arbeiten. Aber warum treffen sie „Maßnahmen, die Frauen in eine schwierige Situation bringen könnten“?

Der Oberste Gerichtshof, der mir das Wahlrecht entzog, veranlasste mich, meine Rolle in jeder möglichen Situation gründlich zu prüfen. Mir wurde klar, dass ich meinen Babyteig einfach aus der Mischung herausnehmen sollte.

Muss eine Entscheidung sein, die mir entgangen war. „Pornostar wurde Wahlrecht entzogen!“ Soso. Babyteig. Nein, da mag ich gar nicht drüber nachdenken, wie diese Übersetzung geerzeugt wurde.

Viele Frauen in der Erotikfilmindustrie setzen auf Geburtenkontrolle, um das Risiko einer Schwangerschaft am Set zu verringern.

Das hat bestimmt die CIA herausgefunden. Die finden doch alles raus. Alles finden die raus!1!!

Xander Corvus, ein weiterer erwachsener Star in der Branche, sagte gegenüber The Daily Beast: „Ich dachte, die direkteste Form der Solidarität, die ein Cis-Mann in dieser Situation geben kann, ist, geschnippelt zu werden, also werde ich.“

Oh, Mann. Schnipp, schnapp, dann isser ab.

Hollywood-Pornos: Umweg über Florida

Dass es in Kalifornien mittlerweile verboten ist, Pornos zu drehen, in denen die Darsteller kondomfrei agieren, ist ja bekannt. Dass das den Herstellerfirmen nicht so ganz schmeckt, auch. Was ist also die logische Folge? Der Dreh der einschlägigen Szenen wird einfach autgesourced – ein in der Wirtschaft ganz normaler Vorgang (und dass sich da keiner Illusionen macht: Porno ist genau das, Wirtschaft und Industrie, nicht etwa Kunst oder Kultur. Nur um das mal gesagt zu haben.), der natürlich jetzt seitens der kalifornischen Aktivisten mit einem Sturm der Entrüstung beantwortet wird.
So weiß die Nachrctenagentur AP zu berichten:

A health organization that successfully pushed for a Los Angeles County law mandating condom use in the adult film industry has filed a complaint about a porn movie made in Florida after it says filmmakers started shifting production to other states to avoid the law. The California-based organization, AIDS Healthcare Foundation, formally requested an investigation in an Aug. 16 letter to Florida’s Department of Health. The complaint claims that a Florida production took health risks by making pornography without condoms.

Und das in einem Land, das das Outsourcing eigentlich erst erfunden hat… Aber DAMIT konnte ja NIEMAND rechnen!

Volksabstimmung

m Los Angeles County steht ein ganz besonderes Volksbegehren an: Dort entscheiden die Bürger mit Measure B, ob beim Pornofilmdreh zukünftig eine Kondompflicht herrschen soll, die vom örtlichen Gesundheitsamt überprüft wird. Initiiert wurde dieses Volksbegehren von der AIDS Healthcare Foundation (AHF), die unter anderem dem Pornostar Aurora Snow für eine Annahme wirbt.

… war gestern auf Telepolis zu lesen. Das muss man sich doch mal auf der Zunge zergehen lassen. Volksbegehren… – der Konsum von Pornos scheint ja nun auch offiziell im Mainstream angekommen zu sein. Und das ausgerechnet in dem Land, das die öffentliche und unbedeckte Abbildung jeder Form primärer oder sekundärer Geschlechtsmerkmale immer noch für die größte Sünde seit Adam und Eva hält. Schizophrener geht’s nimmer. Wäre dieses Land eine Einzelperson, wäre es schon längst in der Geschlossenen gelandet.

Ex-Pornostar wirbt für Kondome

Die Website German.China.Org.CN ist nun nicht gerade für ihre Freizügigkeit bekannt, aber an einer solche Meldung kommt man auch dort nicht vorbei:

Der Besuch eines ehemaligen japanischen Pornostars, die nun sicheren Sex, AIDS-Aufklärung und Sexualerziehung predigt, hat einen Aufruhr verursacht. In China ist es nach wie vor ein Tabu, über Sex zu reden. Sogar die Sexualerziehung ist ein höchst umstrittenes Thema.
„Viele Menschen konzentrieren sich noch immer auf meine frühere Identität als Pornostar, aber sie wissen nicht, dass ich mich in den vergangenen fünf Jahren mit der AIDS-Prävention und den entsprechenden Kampagnen beschäftigt habe“, sagte Hotaru Akanei gegenüber Shanghai Daily. Die „Taiwan AIDS Foundation“, eine NGO, hat Akanei zur „Anti-AIDS-Botschafterin“ ernannt.

Tja, weder einmal jemand, der später weiser ist als früher. Hoffen wir mal, dass die Botschaft ankommt.

Der ehemalige Pornostar ist zu einer Aktivistin bei HIV/AIDS-Kampagnen und für sinnvolle, medizinisch korrekte Sexualerziehung geworden. Sie reist viel herum, um ihre Botschaft des „Safer Sex“ zu verbreiten und fordert junge Paare dazu auf, Kondome zu benutzen. Junge Frauen sollten sich weigern, Sex mit ihrem Freund zu haben, wenn dieser kein Kondom verwenden wolle, so Akanei.

Kondompflicht für Pornodarsteller?

Die Stadt Los Angeles (Hollywood!) plant Zeitungsberichten zufolge die Einführung der Kondompflicht fürt Pornodarsteller. So meldete der SPIEGEL und kommentierte:

Das städtische Gesetz wäre das erste, das der amerikanischen Pornofilm-Industrie spezielle Sicherheitsstandards auferlegt. Bislang war es ihr gestattet, sich weitestgehend selbst zu überwachen – durch eine gemeinnützige Klinik, die wiederum von Produktionsfirmen finanziert wurde.

Neben den in den ganzen Meldungen zum Thema ausgiebig diskutierten positiven Folgen für Gesundheit und Sicherheit der Akteure wird das – falls es sich durchsetzt und möglicherweise auch auf die ganzen USA ausweitet – hoffentlich auch Folgen für die Kondomindustrie haben; nicht nur der stärkeren Nachfrage wegen, sondern (so steht zu hoffen) auch in Hinsicht auf dünnere, wirklich transparente Kondome. In diesem Sinne: Weiter so.

„Leute, tütet Euch ein!“

Das ist die äußerst vehement vertretene Meinung von Sophie Andresky, einer von Deutschlands bekanntesten Porno-Autorinnen, in Bezug auf Kondome.
Wie Frau Andresky (die natürlich, wie fast jeder in dieser Branche, eigentlich ganz anders heißt) in einem kürzlich veröffentlichten Artikel bei Spiegel Online zu dem Thema steht, ist erfrischend realistisch und praktisch:

In ihren Romanen werden konsequent Kondome verwendet. „Das ist mein Kreuzzug. Ich sehe keinen Mehrwert darin, beim Vögeln sein Leben zu riskieren.“ Abgesehen davon sei es für die Frauen nach dem Sex viel angenehmer.