Kondom-Missbrauch

Stalker (Phantombild)Die Polizeidirektion Reutlingen sucht nach nebenstehend abgebildetem Mann:

Der noch unbekannte Mann entblößte sich schon im Juli vergangenen Jahres vor der jungen Frau im Treppenhaus des Parkhauses in der Lederstraße. Die 25-Jährige ist sich sicher, dass derselbe Mann am Dienstag vergangener Woche im gleichen Parkhaus an ihrem geparkten Auto ein benutztes Kondom angebracht hat. Er soll sie intensiv beobachtet hat, als sie zu ihrem Auto zurückkam und das Kondom entdeckte.

So stand es gestern im Tagblatt. Das läuft bei mir definitiv unter Kondom-Missbrauch. Ein mit Sperma gefülltes Kondom an ein Auto hängen… Brrr. Ich mag ja Kondome, wirklich. Aber sobald sie voll sind, gehören sie weggeworfen. Sollte also jemand diesen Herrn beim Befüllen oder gar Befestigen der Kondome an fremden Autos beobachtet haben, freut sich die Polizei über Anrufe unter 07121/942444. Der Typ ist etwa 30 bis 40 Jahre alt, zwischen 1,80 und 1,85 Meter groß und korpulent, mit auffälligem Bauch. (Hmja, letzteres trifft auf mich auch zu, aber ich war es nicht)

Niedersachsen Nr. 1 beim Kondomklau?

Wenn den Medien nichts mehr einfällt, müssen wieder die sogenannten „skurrilen Polizeieinsätze“ aus der Versenkung geholt werden. Nichts dagegen, jeder schmunzelt ja mal gerne, aber manches klingt dann doch seltsam – wie beim Skurrilen-Polizei-Einsatz-Jahres-Rückblick des NDR:

Kondome stehen bei Dieben offenbar besonders im Frühling hoch im Kurs.

Diese Schlussfolgerung zieht der Autor des Beitrages aus zwei(!) zusammengewürfelten Meldungen: „In Rosdorf bei Göttingen entkamen Diebe mit Gummis im Wert von rund 700 Euro.“ und „Vier Jugendliche in Braunschweig (…) wurden dabei erwischt, als sie einen Kondomautomaten aus der Verankerung reißen wollten“. So macht man also aus einem einzelnen Vorfall (und einem Fehlschlag) einen statistischen Trend. Wobei: es wären ja auch andere Interpretationen (sprich: Schlagzeilen) möglich, nicht?

  • Kondomklau: Polizei im Großraum Göttingen langsamer als in Braunschweig
  • Kondomdiebe: Göttingen empfehlenswert, Braunschweig riskant
  • Risiko: Kondom-Automaten-Klau im Frühling nicht zu empfehlen
  • Automatenklau: Viererbande in Braunschweig chancenlos
  • Herbstflaute: Kondome bei Schlechtwetter keine lohnende Beute?

HNA.de meldete den Rosdorfer Vorfall allerdings bereits am 9.März und konstatierte: „Nach Aussage eines Verantwortlichen schlugen die Diebe in der Zeit zwischen dem 18. und 27. Februar zu.“ Das war auch in diesem Jahr immer noch Winter (was aber auch den Autor des kurzen Beitrages nicht daran hinderte, über „Frühlingsgefühle“ bei den Tätern zu spekulieren). Im Übrigen scheinen Kondomautomaten in Rosdorf aber nicht sonderlich beliebt zu sein – ansonsten wäre es wohl kaum zu erklären, warum es 10 Tage lang (!) niemandem auffiel, dass an der Außenwand einer Apotheke an der Olenhuser Landstraße plötzlich ein Kondomautomat fehlte.
Der Vorfall in Braunschweig ereignete sich dagegen am 21. Juli um 01:20 Uhr– dieses Datum wird im Allgemeinen dem Sommer zugerechnet. Und von einem Polizeieinsatz kann eigentlich auch nicht die Rede sein, denn „nach Polizeiangaben vom Freitag machten Anwohner dem Quartett einen Strich durch die Rechnung“, wie DPA meldete.