Johoho, und ’ne Buddel voll … Rum? Nee…

Ach, die armen Deutschen. Wie schlecht muss es doch manchen gehen, wenn selbst jemand, der ausweislich seiner Überschriften über „Traumhafte Schiffsreisen, romantische Segeltörns, Expeditionsreisen in abgelegene Gebiete, Luxusschiffe der Extraklasse, Clubschiffe, Flussreisen uvm…“ bloggen sollte, statt Luxusreisen nun billige Kondomwerbung einblendet. Oder geht es dem werbenden Unternehmen so schlecht, dass man nun auf solche Werbeplattformen angewiesen ist, weil man es sich woanders nicht mehr leisten kann?
Früher hab ich die Firma, die dahinter steckt, mal für ein seriöses Unternehmen gehalten, aber die spammen jetzt dermaßen alles voll, dass es keinen Spaß mehr macht. Ob es nun erfahrungen-schiffsreisen.blogspot.com ist oder internationale-kondome.beepworld.de und wie sie alle heißen – alles nur Seiten, die lediglich dazu dienen, sich bei Google anzubiedern und Links zu scheffeln. Leute: man kann es auch übertreiben!

100% Baumwolle? Aber hallo.

Kondome aus Baumwolle?Gestern bei eBay. Ich – als passionierter Kondomkäufer und, ja, Sammler – stolpere über ein günstiges Angebot: Glyde-Kondome in der Zehnerpackung für 3 Euro (Ihr erinnert Euch: ich hatte erst letzte Woche was über vegane Kondome von Glyde geschrieben). Nur ein kleines Detail in der Artikelbeschreibung machte mich stutzig – siehe nebenstehendes Bild…
Ich bin ja für Neuigkeiten immer zu haben, aber von einem Anbieter namens „Softwareverkauf_123“ eine Packung Kondome aus 100% Baumwolle (aber immerhin „ungeöffnet“!) zu erwerben – nein, das muss ich mir dann doch nicht antun. Insbesondere nicht, wenn da so ein vertrauensfördernder Spruch drinsteht: „Die Ware wird unter Ausschluss jeglicher Gewährleistung verkauft. Der Ausschluss gilt nicht für Schadenersatzansprüche aus grob fahrlässiger bzw. vorsätzlicher Verletzung von Pflichten des Verkäufers sowie für jede Verletzung von Leben, Körper und Gesundheit.“
Na ja. eBay. Was will man erwarten…

Kondomtraum geplatzt: Louis Vuitton macht doch keine Kondome

In unsere Reihe „Hoaxe oder solche, die es werden wollen“ reihen sich nun auch große Namen ein. Louis Vuitton – wer kennt die Marke nicht – hat keine Kondomkollektion herausgebracht – allen gegenläufigen Meldungen des Internet-Boulevardjournalismus zum Trotz.
Beginnend im letzten Herbst schoben sich entsprechende Meldungen in stetigem Maße ins Netz – wie beispielsweise erst kürzlich noch auf dem einschlägigen Portal Celebrity.de zu lesen ist:

Warum kam nur nicht schon früher jemand darauf? Auch der Johannes des Mannes will schick angezogen werden, und wer bisher an dessen Qualität oder Aussehen zweifeln musste, kann ihn nun zumindest in eine richtig edle Hülle stecken. Ausgerechnet Taschenhersteller Louis Vuitton brachte nun eine eigene Kollektion für den männlichen Schritt heraus und verkauft Kondome mit dem berühmten Logo.

Dass das Ganze ein Fake ist, kann ja niemand ahnen – warum sollte man sich auch die Mühe machen, mal 5 Minuten in einer Suchmaschine zu verbringen.

Sadly, the designer rubber was just a Dec. 2011 World AIDS day project by a Georgian designer looking to raise funds and awareness for AIDS research. The URL originally hosting the condoms (louisvuittoncondom.com) has since been shut down. (brandchannel.com)

Die wie immer gut informierte Huffington Post hat Details dazu, und auch ein paar interessante Fotos. Und wenn man ganz genau hinschau, sieht man dort auf den Plakaten eine deutsche Rufnummer – die Handynummer des Designers Irakli Kiziria von DesignProvocation, der sich das Ganze ausgedacht hat.
Trotzdem darf man gespannt sein, wie lange sich nun dieses „Designer-Kondom“ in den News hält…

Gratis Kondome beim Pfarrer?

Eine interessante Diskussion las ich kürzlich auf 2jesus.de; unter der Überschrift „Kondome und christliche Flyer?“ wurde dort darüber diskutiert, ob es angebracht ist, wenn eine Gemeinde Flugblätter mit angehefteten Kondomen verteilt, um Jugendliche zu erreichen. Eine recht kontroverse Diskussionm die aber in erfrischender Offenheit geführt wurde. Hier sind mal ein paar Stimmen aus der Menge:

  • Wäre ich z.B. ein junger Mensch auf der Suche nach Gott und würde Christen auf der Strasse mit der Verteilung von Kondomen begegnen würde ich das positiv bewerten
  • Wohltuende Distanzierung von diesem unmöglichen Papst
  • Was noch mehr „Interesse weckt“ sind Aktbilder. Man könnte „Szenen des Ehebruchs“ aufdrucken. Also so eine blöde Idee habe ich noch nie gehört!
  • Sollten junge Leute nicht jungfräulich in die Ehe, was sollten sie mit einem Kondom, ist das nicht ein bisschen scheinheilig?
  • Ich frage mich wie man ein Kondom mit einem christlichen Flyer verbindet? Was steht auf den Flyern? „Gott hasst die Sünde, aber er liebt den Sünder“ (was ja so ist) „und hier haste nen Gummi, geh dich ruhig versündigen, aber damit bekommste wenigstens kein Aids.“?
  • Für Christen sollten Kondome nicht zur Standardausrüstung zählen.

Im Gegensatz zu manchen, sich auch „christlich“ nennenden Portalen konnte ich hier die ganze Diskussion mitlesen, ohne dass mir nach spätestens einer Seite schlecht geworden wäre. Das ist für ein Forum, in dem sich nach eigenem Bekunden „die Fundamentalisten versammeln“ (siehe Forenregeln), schon beachtlich. Wer gerne weiterlesen möchte – in diesem Thread geht es weiter heftig zur Sache :-).