Wang Fang Dong

… ist kein chinesischer Minister, sondern es sind drei von insgsamt über 150 Synonymen für den Penis, die im englischsprachigen Raum (angeblich) verbreitet sind. Davon abgesehen, dass ein durchschnittlicher Engländer oder Amerikaner da vielleicht auf Anhieb nur 10 aufsagen kann, ist das schon eine ganz beachtliche Liste (auch das Urban Dictionary kennt einige, aber nicht ganz so viele).
Drauf gestoßen bin ich jetzt (wieder), als der Wang (also jetzt nicht der Penis, sondern der New Yorker namens Wang – und ja, der heißt wirklich so) durch die Redaktionsstuben des Pressemeldungsverbreitungs-Qualitätsjournalismus ging:

Zusammen mit dem Kondomhersteller Trojan hat der New Yorker Modemacher Alexander Wang eine limitierte „Protect your Wang“-Kollektion herausgegeben – inklusive Kondom.
Alle Kleidungsstücke, darunter ein T-Shirt, eine Cap, ein Bandana und Socken, tragen die selbstironische Aufschrift „Protect Your Wang“ – auf Deutsch: „Schütze Deinen Schwanz“. Zusätzlich hat der schwule Designer ein eigenes Kondom entworfen, das es beim Kauf jedes Produkts dazugibt.

(Queer.de)

Wobei: ich bin mir eigentlich ziemlich sicher, dass er nicht „das Kondom“ entworfen hat, sondern die Umverpackung (jede Wette, das da ein ganz stinknormales Trojan-Standardkondom drin ist). Aber wen interessieren schon solche Kleinigkeiten :-), wenn es um so herausragende und künstlerisch wertvolle Arbeiten geht, wie weißen Text auf schwarzen Grund zu setzen.

New Yorker Schüler dürfen jetzt auch mal ran

wsj… an das Kondom. Im Unterricht.
Bisher gab es Kondome im Unterricht an New Yorker Schulen nur theoretisch – als Abbildung in Lehrmaterialien. Wer als bildungsbeflissener Teenager mal eines „in echt“ sehen wollte, musste sich in sogenannten „health resource rooms“, abgeschirmt von den Blicken derer, die es nicht sehen durften oder wollten, eines zeigen lassen – Einverständnis der Eltern natürlich vorausgesetzt.
Wie das Wall Street Journal jetzt meldete, dürfen nun Kondome auch im Unterricht in New Yorker Klassenräumen gezeigt und ihre Verwendung demonstriert werden:

High schools can start showing students how to use condoms during health classes in the fall, lifting a longtime ban on condom demonstrations during class periods. […] Allowing condom demonstrations in high school health education class will provide students with medically accurate information that can help them stay healthy.

Was natürlich nicht heißt, dass das jetzt jede(r) zu sehen bekommt; no sir. Aus dem bisherin Opt-in ist nur ein Opt-Out geworden; Eltern, die ihren Sprösslingen den Anblick eines über ein Stück Holz oder Plastik gestülpten Gummitütchens nicht zumuten mögen, können ihre Kinder natürlich vom Kondomunterricht befreien lassen. (via)

Zwei Drittel aller New Yorker benutzen keine Kondome

Tja, offenbar haben es die New Yorker nicht so mit Sicherheit im Verkehr – auch wenn sie es doch besser wissen sollten.

Only one in three adults in the city used a condom the last time they had sex — or just 31.8 percent of the more than 4 million sexually active New Yorkers, a city Health Department poll has found.

So berichtet es die New York Post diese Woche. Und all das trotz massiver Kampagnen und millionenteurer Werbung. Und nun?

(Selbst die Kanadier sind besser. Bei kanadischen Studenten ist es immerhin nur die Hälfte.)

Kein Beweismittel mehr

Wie letzte Woche aus New York zu hören war, sollen unbenutzte Kondome, die Menschen bei sich führen, dort nicht mehr als Beweismittel dafür verwendet werden, dass ebenjene Menschen Prostituierte sind.

They would no longer consider unused condoms seized from suspected prostitutes and sex traffickers as evidence. […] Although carrying condoms is legal in New York, police have treated them as evidence of probable cause when making arrests in prostitution cases.

… meldet Reuters via Yahoo!news. Den letzten Satz muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. „Obwohl es in New York legal ist, Kondome mit sich zu führen…“ Das klingt doch schon sehr verrucht. Ist doch klar – wer schon Kondome dabei hat, MUSS ja Sexarbeiter sein. Gute, aufrichtige, patriotische Amerikaner tun so etwas nicht. No Sir.
Pikanterweise ist der Artikel mit einer Grabbelschüssel kostenloser Kondome illustriert, wie sie in AIDS-Beratungsstellen in New York zu erhalten sind. Mutig, mutig. Kondome sind zwar legal, aber….

Sehenswert: Kondomausstellung im MoS in New York

Ein Tipp für ungemütliche Wintertage: Die Kondom-Ausstellung im Museum of Sex in New York, eröffnet am 4. Februar 2010, ist immer noch geöffnet; wer also in nächster Zeit mal über den großen Teich rudert, sollte dort unbedingt mal vorbeischauen.
Adresse: 233 Fifth Avenue, New York (NY), geöffnet So-Do 10-20 Uhr und Fr./Sa. 10-21 Uhr.
Unter dem Titel „Rubbers: The Life, History and Struggle of the Condom“ bietet die bekannte Einrichtung dort eine nett anzuschauende Ausstellung, in der die gesamte Bandbreite der Kondomgeschichte abgedeckt wird. Gesponsort wird die Ausstellung von Amerikas bekanntestem Kondomproduzenten Trojan, dort drüben genau so bekannt, beliebt (oder berüchtigt) wie hierzulande beispielsweise Fromms.

RUBBERS features artifacts that cover the gamut from vintage photographs of sexually transmitted diseases to military signage campaigning for the sexual safety of soldiers to a wide array of antique condoms, tins, and dispensers. Highlights of the exhibition include conceptual art pieces such as the cruel condom, a condom crafted Condom Dress entirely out of chainmail and covered with spikes and Franco B’s resin condom sculpture assembled from gritty used condoms taken from the floor and trash of the infamous FIST nightclub in London.

Kondom-Design-Wettbewerb in Philadelphia

Der „Condom Art Contest“ des Philadelphia Department of Public Health läuft noch bis zum 14. Januar; leider dürfen jedoch nur volljährige Philadelphianer (Philadelphier?) teilnehmen. Nichtsdestrotrotz können wir gespannt sein, ob der Siegerentwurf vielleicht nicht doch ein bisschen origineller daher kommt als der des New Yorker Wettbewerbs im letzten Jahr.