Vorsicht, Trojaner!

Troja ist ja nun seit Homer nicht ganz unbekannt in der westlichen Welt und eigentlich eher berühmt für die gleichnamigen Pferde (auch wenn diese natürlich nicht aus der Stadt kamen, sondern in selbige hineingeschoben wurden, woraufhin sie erst nach ihr bekannt wurden (OK, es war nur ein Pferd, aber immerhin). Andere Dinge zum Hineinschieben hat man mit Troja üblicherweise nicht assoziiert – abgesehen von den Amerikanern, bei denen „Trojan“ eine schon sehr lange bekannte und gut eingeführte Marke für – trara – Kondome ist; der Bezug zu Troja ist in Gestalt des stilisierten altgriechischen Soldaten im Markenlogo eindeutig:

Etwa 69 % der in den USA verkauften Kondome sind Kondome der Marke Trojan. Damit besitzt Trojan einen mehr als viermal so hohen Marktanteil wie Durex (ca. 15 %). […] Anfang des 20. Jahrhunderts verhalfen die sogenannten amerikanischen Comstock-Gesetze (Verbot des Kondomverkaufs außerhalb von Apotheken) der Marke Trojan zu einer Art Monopolstellung in den USA, da die Gesetze den Markteintritt für Konkurrenten extrem erschwerten.

Soweit die allwissende Wikipedia; zu Herrn Comstock hatte ich ja vorgestern bereits eine kurze Anmerkung gemacht.
Was wollte ich eigentlich sagen? Ach ja. Trojanische Kondome im eigentlichen Sinne gibt es also eigentlich nicht; weder werden in oder um Troja (heute Türkei, nicht mehr Griechenland) Kondome produziert, noch sind amerikanische Trojan-Kondome dort erhältlich (es sei denn, man schmuggelte sie in einem hölzernen Pferd hinein – was jedoch heute schwieriger sein dürfte als damals).
Na ja. Google Alerts mal wieder, da schweifen die Gedanken ab. Und nein, ich hab da nicht draufgeklickt. Trojaner und so, man muss ja vorsichtig sein heutzutage.

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