Gefahr einer schweren Körperverletzung

Kehren wir doch einmal für einen Moment auf den Schauplatz des kKgK („katholische Kirche gegen Kondome“)-Krieges zurück. Derzeit nehmen die fundamentalistischen Gottesanbeter die Michael-Stich-Stiftung ins Visier. Die selbst in Katholikenkreisen umstrittene „Initiative Nie Wieder! e.V.“ hat offenbar Strafanzeige wegen “Beschimpfung von Bekenntnissen, Religionsgesellschaften und Weltanschauungsvereinigungen” nach § 166 StGB gestellt. So sekundiert Katholisches in gewohnter Sachkenntnis:

Mit (…) Texten wie “Stoppt das Virus. Benutzt Kondome” oder “Pervers ist nur, wer kein Kondom benutzt..” wird suggeriert, daß durch die Benutzung eines Kondoms die Gefahr einer HIV-Infizierung nicht gegeben sei.
Dies ist eine bewußte, wenigstens aber grob fahrlässige falsche Aussage über die Schutz-Effektivität eines Kondoms. Diese irreführende “Aufklärung” birgt die Gefahr einer schweren Körperverletzung in sich.

Jugend gegen AIDS e.V., die jugendliche Speerspitze der angegriffenen Stifung, schießt freudig zurück; der eigentlichen Website vorgeschaltet ist ein Aufruf zur Teilnahme an der Aktion „Gott sei Dank – Kondome schützen“ (siehe Abbildung rechts).
„Kondom geplatzt“ wird Euch auch künftig über Aktuelles vom Kriegsschauplatz informieren. Richtig spannend wird es allerdings erst dann, wenn Parolen wie „Schützt das Leben – tötet Kondomhersteller/-verkäufer/-benutzer“ ausgegeben werden. Unwahrscheinlich ist es jedenfalls nicht; ähnlich militante Gruppierungen bringen ja bereits Ärzte und medizinisches Personal, die Abtreibungen vornehmen, im Namen des Lebensschutzes um.

Kondome aus Nylon

Um die Enttäuschung vorwegzunehmen: nein, es gibt sie nicht. Aber irgendwie scheinen sich immer noch ein paar Leute zu finden, die glauben gehört zu haben, dass das eine Art Geheimtipp sei.
Ich verrate Euch was: es geht. Vorausgesetzt, Du hast einen großen Willy und eine sehr enge Strumpfhose (oder besser Kniestrumpf) aus Nylon zur Hand. Verhütungs- und sicherheitstechnisch bringt das natürlich null Punkte, aber für Paare, die auf Nylon stehen, mag das durchaus noch ein extra Kick sein. Eine interessante Diskussion zu dem Thema findet sich übrigens bei goFeminin:

Aus eigener Erfahrung weiß ich das es weh tut. Mit Nylon über den Penis ist echt schmerzhaft. Wir haben es mal mit einem Nylon Kniestrumpf als „Kondom“ probiert. Die Reibung des zarten Stoffes war schmerzlich und unangenehm.

Also: Jeder wie er mag. Ich bevorzuge immer noch „the real thing“ 🙂 und bewundere die Nylons lieber an Frauenbeinen. Für Fans gibts da natürlich auch ein einschlägiges und gut besuchtes Forum unter www.strumpfhose.net/forum/strumpfhosen-fetisch-nylonfetisch (Update: Link entfernt wegen Phishing-Warnung von Google / 8.10.2017).

Kondom ALARMMMM !!!!!!!!!!!!!!

Hm. Ich finds ja immer recht unterhaltsam, in anderen Foren und Blogs so mitzulesen, wenn es um Kondome geht, aber dieser Thread bei Maedchen.de („Tausch dich mit anderen Mädchen aus: Über Liebe, Modetrends, Beautytipps, Stars und alles, was dir am Herzen liegt.“) fing schon oberhammermäßig an:

Kondom ALARMMMM !!!!!!!!!!!!!!
hey
was würdet ihr denken
wen der junge auf den du stehtst dir auf einmal
ein kondom ih die hand drückt werend dem vorbei gehn
und ein zettel da ruf geglept heute 8:00Uhr

ich weiß nicht mal wo her er es weiß und was würdet ihr machen ????

Also ich würde erst einmal richtig lesen und schreiben lernen. Schreiben, um auch im Forum verstanden zu werden (bei „geglept“ brauchte ich schon eine Weile…) und lesen, um mal auf meine Geburtsurkunde zu gucken…

Golden Gay Condom

AIDS-Hilfe WiesbadenDas Golden Gay Condom ist mitnichten ein goldenes Kondom für Schwule (obgleich es sicher schön wäre, gäbe es ein solches), sondern eine Auszeichnung, und zwar von DU&ICH („Deutschlands schwules Magazin“):

DU&ICH hat zum ersten Mal einen Award für Aidshilfen gestiftet – das GOLDEN GAY CONDOM. Zur Premiere haben wir den Preis, der künftig jährlich vergeben werden soll, für die beste schwule Gesundheits­kampagne ausgelobt. Kampagnen- bzw. Anzeigenmotive von 15 regionalen Gesundheitsteams nahmen teil.
Die Aidshilfe Wiesbaden konnte mit der Safer-Sex-Kam­pagne MIA – MEN IN ACTION die Abstimmung, an der sich über 5.000 User von du-und-ich.net beteiligten, mit 739 Stimmen für sich entscheiden. Auf Platz 2 und 3 folgen die Präventionskampagnen GENTLE MEN der Aidshilfe Baden-Württemberg mit 653 und PAUL & ETIENNE der Kölner Aidshilfe mit 552 Stimmen.

Mehr zum Award und natürlich zu den Gewinnern wird es in der nächsten Ausgabe von DU&ICH geben, die am 30. März erscheinen soll.