Puuuh. Abgeordnete müssen nicht mehr verhüten. Sieg!

Tja, zu früh gefreut, Robert. Der Herr Edathy hat sich mit seiner Ansicht, dass Kondome im SumpfMilieu des Bundestages nichts zu suchen haben (ich berichtete), nun wohl doch durchgesetzt. Sicherlich hat die bundesweite öffentliche Erregung ihren Teil dazu beigetragen, dass der Bundestagspräsident kraft seines Amtes die ekligen Kondome wieder durch gute, würzige Tabakröllchen ersetzen ließ, wie Spiegel Online gestern abend meldete. Schließlich ist das ja angesichts der immer angespannten Haushaltslage auch zwingend nötig; Tabaksteuer bringt nun mal mehr, und wenn man schon einen Automaten im Hause hat, möchte man ja auch ordentlich mitverdienen.

Rauchen ist ungesund, deshalb soll durch die Tabaksteuer laut Gesundheitsministerium der Tabakkonsum der Bevölkerung gesenkt werden. Mit den zusätzlichen Steuereinnahmen will das Bundesfinanzministerium jedoch seine Haushaltslöcher stopfen. Nun plant die Regierung neue Steuererhöhungen. (kurz und knapp im Spiegel; hier die Erklärung des Finanzministeriums)

Kondome hingegen? Nun es gibt keine Kondomsteuer (nun ja, bis jetzt noch nicht; immerhin gab es zumindest in Österreich schon mal Versuche in dieser Richtung), und Verhütung gehört ja ohnehin ins „Milieu“, nicht wahr. Abgeordnete brauchen so etwas nicht; man gönnt sich lieber ein paar gepflegte Spermienmutationen oder eine solidarprinzipsfinanzierte Lungenkrebsbehandlung.

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