Erfolg durch Verhütung?

Ein norwegischer Fußballklub hat sich eigene Werbekondome machen lassen, meldete die zuständige Lokalzeitung in einem großen und ausführlichen Beitrag am Freitag. Zu blöd nur, dass „das Internet“ gleich wieder mit Häme regieren musste, siehe nebenstehenden Twitter-Post oder auch beispielsweise hier.
Es hat fast den Anschein, als wären Kondome gerade für diesen Verein nicht unbedingt das ideale Werbemittel.
Zumindest eines Erfolges kann man sich dort jedenfalls sicher sein: Sogndal ist jetzt international wesentlich bekannter als vorher. Was tut man nicht alles für seine 15 Minuten Ruhm…
(via Sputnik News)
PS. Weiß jemand, was der Slogan auf den Kondomen bedeutet? Ich habe gerade keinen Norweger zur Hand, der mich aufklären könnte…

Zufallsfund: Fotokondome

Heute zufällig auf Facebook gefunden (OK, nicht ganz zufällig, ich suche ja schließlich immer nach neuen interessanten Dingen zum Thema Kondom): Das Fotokondom. Die Facebook-Seite scheint noch sehr neu zu sein, aber vielleicht könnt/wollt Ihr das ja mal selbst ausprobieren (Berichte werden gerne in den Kommentaren entgegen genomnmen).

Fotocondoom maakt personalised condooms voor particuliere klanten. We werken onder CondomMessage ons moederbedrijf. Je eigen foto op ’n condoom in no time

Das gehört also zu CondomMessage (und CondomMessage gehört wiederum zur holländischen Firma Asha International in Rotterdam, die machen die gleichnamigen Kondome und außerdem noch die Beppy-Tampons), ist also ein seriöses Angebot.
Ich persönlich wäre zwar nicht begeistert, mein Gesicht da wiederzufinden, aber man kann ja auch andere Sachen drauf drucken lassen. Der Druck erfolgt jedoch nicht, wie der Titel suggeriert, auf dem Kondom selbst, sondern eben nur auf der Folie (siehe Abbildung); das jedoch ist schon mehr als die meisten Anbieter von individualisierbaren (Werbe-)Kondomen anbieten (Aluminiumfolie zu bedrucken ist ja eigentlich ziemlich preisintensiv).

Erection Présidentielle

Kurz verlinkt aus Anlass der heutigen Präsidentschaftswahlen in Frankreich: Sputnik News berichtet – leider nur kurz – über den Teil des Wahlkampfes, der mit Kondomen geführt wird.

Das Design der Packungen imitiert die Logos der Politiker, die um das höchste Amt kämpften. Dabei sind Kondome „a la Macron“ und „a la Le Pen“ wesentlich populärer, als die im Stil des früheren republikanischen Präsidentenkandidaten Francois Fillon oder des Vorsitzenden der Bewegung „La France insoumise“ (zu Dt.: „Das aufsässige Frankreich“), Jean-Luc Mélenchon.

Nun ja, wahlentscheidend werden die Gummis wohl kaum sein – aber es ist allemal besser, mit Kondomen FÜR etwas zu werben, als sie Leuten zu schicken, die man an der Fortpflanzung hindern möchte.

Am Kondom sollt Ihr sie erkennen

Jodeldihi, jodeldihei und rumtata, das Heimatkondom ist da. Also… noch nicht, aber bald. Bald wird jede Region in Deutschland ihren heimatverbundenen Bürgern Regionalkondome zur Verfügung stellen können, wenn diese Idee von Christian Atz verwirklicht wird:

„Heimatgummi“ ist eine Lifestyle-Kondommarke, die von regionalen Künstlern designed, den Lokalkolorit einzelner heimatverbundener Regionen aufgreift.

Bayrische Lederhosengummis, oder Fischhautkondome von der Waterkant, Berliner Currywurst-Pariser, alles ist jetzt möglich. Das ganze Projekt riecht zwar etwas (sprachlich gesehen) nach Hype – man beachte die im Umfeld verwendeten Denglisch-Kreationen „Elevator Pitch BW“, „Erasmus for Entrepreneurs Programm“, „iAccelerator“, „Black Forest Accelerator“, wo es eigentlich nur um das Einsammeln von Fördergeldern geht -, aber hej, warum nicht. Die Presse hat auch schon daran geschnuppert; so schreibt die Badische Zeitung in einem Kommentar:

Bislang konnte David Bonfils aus dem Elsass als erster Künstler gewonnen werden, für das Salzkammergut entwickelt Michael Schumer ein Kondom-Schächtele. Ob wohl Stefan Strumbel Interesse hätte, der dem Verhüterli vielleicht noch einen den Lustgewinn steigernden Bollenhut und Schwarzwälder-Kirschtorten-Geschmack verpassen würde? Und Tomi Ungerer fällt sicher auch was Passendes zum Thema ein.

Nun ja. Wenn sich das Projekt darin erschöpft, einzelne Kondome mit einer von einem Künstler gestalteten Umverpackung zu versehen (eine Leistung, die man bei fast allen Kondomproduzenten als „Werbekondom“ ab 100 Stück einfach kaufen kann), dann ist das Ganze nur ein … (nein, ich sags nicht. Der „Erfinder“ ist Jurist, da muss man vorsichtig sein).
Kleiner Tipp: „LifeStyles Kondome“ sind eine Marke des Ansell-Konzerns. Die könnten durchaus verschnupft reagieren, wenn sie von „Lifestyle-Kondomen“ hören, die eigentlich nur Standardgummis mit Werbeaufdruck sind. Ach ja, „Elevator Pitch„, my ass:

Der Elevator Pitch BW bietet Gründerinnen und Gründern eine attraktive Plattform, um sich und ihre Geschäftsidee vor einer hochkarätigen Jury und einem Publikum aus regionalen Institutionen, potenziellen Investoren, Geschäftspartnern und Kunden zu präsentieren. Die jeweiligen Gewinner der lokalen Pitch-Wettbewerbe (Regional Cups) bekommen die einmalige Chance, im Landesfinale im Sommer 2015 ihre Geschäftsidee zu pitchen und ein Preisgeld zu gewinnen.

Corporate Identity Condoms :-)

(c) NewCondoms.Tumblr.comUnd wieder ist mir ein schönes Fundstück ins Netz geraten: SensesLost hat ein paar schöne Werbekondome zusammengetragen – auch wenn die beworbenen Firmen sicher nicht unbedingt sehr glücklich damit sein dürfen…
Der Beitrag ist schon zwei Jahre alt, aber trotzdem sehenswert. Ein klein wenig aktueller ist NewCondoms auf Tumblr.com.
Und da heute Freitag der 13. ist, wünsche ich schon mal einen guten Start ins Wochenende – und wenn Ihr heute abend ausgeht, vergesst die Kondome nicht!

Ficken für Israel

(c) Artists 4 IsrealNun ja, wie wie alle wissen, gibt es viele verschiedene Wege, seine Liebe für jemanden oder etwas auszudrücken. Die (unnötig zu sagen, aber trotzdem: entschieden pro-israelische) Künstlergruppe „Artists 4 Israel“ tat das im Juni auf ihre Weise, nämlich durch die Verteilung tausender Gratiskondome mit der Aufschrift „Fuck it, I love Israel“. Und zwar nicht unter den lieben Nachbarn in Palästina, Ägypten, Libanon oder Syrien, sondern in sicherer Entfernung, nämlich auf Ibiza, wie Mondoweiss zu berichten weiß.
Diese „I Love Israel“-Kondome gibt es in Israel, wie ich aus einheimischer Quelle sicher weiß, nicht zu kaufen. In der schönen Siegelfolie steckt übrigens nur ein einfaches Trustex-Kondom – nichts also, was man mit glühender, nationalistischer Liebe in Verbindung bringen würde; hergestellt in den USA (nein, es gibt in Israel nicht einen einzigen einheimischen Kondomproduzenten).

Durex ist kein Konzern

Daft Punkt WerbekondomManchmal kriege ich echt die Krise, wenn ich so qualitätsjournalistische Auswürfe zu lesen bekommen – insbesondere, wenn diese dann hundertfach wiedergekäut und auch noch im letzten Käseblättl irgenwo aufs Papier gerotzt oder als Bindemittel zwischen Online-Werbebannern benutzt werden. Dieser Tage geht eine „Meldung“ (ich kann das nur in Anführungszeichen schreiben, sorry) über so eine obskure Band namens Daft irgendwas durch den Online- und Raschelblätterwald, da stehen dann so Sachen wie:

  • Daft Punk & Durex bringen Kondome auf den Markt (OK!Magazin)
  • Daft Punk: Ihre Kondom-Linie wird zum Club-Hit (Klatsch-Trasch.de)
  • Daft Punk: “Get Lucky” gibt es jetzt auch als Kondom
  • „Get Lucky“ dank Daft Punk: Französisches Elektro-Pop-Duo bringt Pariser heraus (Stern)
  • Das Due Daft Punk stellt jetzt Kondome her (dpa)
  • Daft Punk verkaufen Kondome „Get Lucky“ mit Verhütungsmitteln (Pro Sieben)

(Nein, ich verlinke den Mist nicht. Sucht’s Euch selber, wenn Ihr’s braucht)
Da ist dann im „Text“ vom „Kondom-Konzern Durex“ die Rede; einen Tag vorher war es noch eine „Kondomfirma“ – dass das nur eine Marke ist, die dem US-amerikanischen Mischkonzern Reckitt-Benckiser (andere Marken: Clearasil, Calgon, Nurofen, Vanish, Finish…) gehört, ist irgendwie uninteressant. Das Ganze wird als „skurrile Geschäftsidee“ bezeichnet, die nur noch durch – man glaubt es kaum – Action-Figuren (!) überboten werden wird… und all das ist so wahnsinnig neu und phantastisch und großartig und skurril und geil und wow… Ja, Kondome mit Verhütungsmitteln, wo gibts denn sowas. Und die Zwei-Mann-Band mutiert in der Presse auch gleich zum „Hersteller“ (wenn die sich selbst als solcher bezeichnen würden, wäre das in Deutschland schon Grund für eine saftige Abmahnung).
Reality Check: Eine „eigene Kondommarke“ kann jeder herausbringen. Es gibt genügend Firmen, die direkt auf sowas spezialisiert sind (nennt sich „private label“), und so gut wie jeder Hersteller bietet das quasi als Nebenbeigeschäft mit an – genau das, was auf dem Bild zu sehen ist: ein schlichtes Werbekondom.

Obama vs. Romney: Das Kondomduell

handed out at the Americans for Prosperity event in NYCDer Wahlkampf in den USA läuft auf Tochtouren, und natürlich gibt es jetzt auch die passenden Kondome mit den passenden Werbesprüchen (der Konkurrenz, natürlich). „Obama Condoms – won’t break as easily as his promises“ und „Romney Condoms – great for any position“.
Irgendjemand hat mal die Reden von Präsidentschaftsbewerbern auf faktische Fehler untersucht – der, der am besten abschnitt, hatte immerhin noch mehr Fehler in seinen Texten, als man an jeder beliebigen Schule noch tolerieren würde. Und die meisten davon, so sagt man, mit Absicht. Nun ja, that’s America – so what?
(Fotoquelle: @Timcast via Twitter)