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Salbungsvolle Entwicklung

Bedienungsanleitung Deutschgesalbte NippelabschlusskondomeFür jemanden, der Kondome auf dem deutschen Markt verkaufen möchte, sollten sich eigentlich recht wenig linguistische Hindernisse auftun. Schließlich braucht man eigentlich fast alles nur von bereits vorhandenen Artkeln abzuschreiben (und nein, eine simple Gebrauchsanweisung für Kondome genießt nicht die nötige Schöpfungshöhe für einen urheberrechtlichen Schutz). Trotzdem setzen manche Hersteller felsenfest auf die Qualitätsübersetzungen von Google Translate, denn “Gesalbte Nippelabschluss-Kondome” haben doch was, oder?
(“For Single Use Only” bedeutet nicht, dass die nur von Singles genutzt werden können. Nur nebenbei.)
Jedenfalls bin ich der Empfehlung gefolgt und habe die >Packungsbeilage gelesen, allerdings nicht in der Verpackung, sondern herausgenommen und aufgefaltet… und was soll ich sagen? Man lernt nie aus. Man sollte also die “Entwicklung des Kondoms” sicherstellen, das Kondom auch mal ausführen (Gassi gehen oder eher ins Restaurant?) und sich am Ende vorsichtig vom Partner entfernen…
Nun ja. Und nein, ich verrate die Marke nicht. Man hat mit versprochen, dass nächstes Jahr korrekte Texte drauf und drin stehen. Warten wir mal ab…

Kondom geplatzt: Präsident tot?

So könnte man jetzt über diesen kurzen Beitrag berichten – und damit die Spirale der Verwirrung noch einen Tick weiter drehen… und Google ist schuld. Genauer gesagt: Google Alerts, mein Frühwarnsystem für Kondome im Netz. Soeben tickerte nämlich folgende Meldung in mein Postfach:
Google Alerts Screenshot
Offensichtlich konnte er sich, ähem, nicht mehr länger halten…
(Ich trau mich ja gar nicht, den Link anzuklicken, um eventuell herauszufinden, was das mit Kondomen zu tun hat… meines Wissens war Michael Sata katholisch…)

Für’n Arsch

origami-analkondom… und zwar sowohl als auch. Über ein Jahr ist es nun her, dass ein gewisser Daniel Resnic (ja, der von den Origami-Faltkondomen) sein “Origami Anal Condom” (OAC) auf den Markt bringen wollte (Queer.de berichtete damals), ein Kondom, dass ähnlich dem (vaginal anzuwendenden) Femidom durch den “passiven” (irgendwie mag ich den Ausdruck “passiv” hier nicht, aber so wurde es bezeichnet) Partner mit Hilfe einer Einführhilfe in den vorgeschmirten Anus eingeführt werden und dort auf die Ankunft des aktiven und erigierten Geschlechtsteils des “aktiven” Partners wartend eine kurzzeitige und manchmal durchaus zu Recht als störend empdundene Unterbrechung des Aktes durch den Griff zum herkömmlichen Kondom verhindern sollte.

Im Falle des Anal-Kondoms bedeutet das: Das Verhütungsmittel kann schon vor dem Sex in den Anus der empfangenden Person eingeführt werden. Dies geschieht mit einem speziellen Applikator, also einer Einführhilfe. Dadurch soll den Herstellern zufolge auch bei der Verwendung von Kondomen die Lust nicht auf der Strecke bleiben. Außerdem besteht das Anal-Kondom aus Silikon und soll daher noch reißfester sein als handelsübliche Latexkondome.

Auch wenn fem.com mit der heutigen Story, aus der obiges Zitat entnommen wurde, die Geschichte jetzt wieder aufwärmt (haben die die Datumsangabe nicht gelesen?) – vom OAC ist weit und breit nichts mehr zu hören.

Die klinische Studie […] soll 2014 beginnen und dann idealerweise im Folgejahr dazu führen, dass die amerikanische Gesundheitsbehörde ihr Okay gibt. Wenn die Europäer ebenfalls die Sicherheit des Kondoms bestätigen, könnte 2015 das Akkordeon also in dm-Märkten, Tankstellen und allen anderen Ausgabestellen erhältlich sein.

(Ausgabestellen! Ha!) Nun ja, so stand es damals bei Queer.de, aber die hatten sich letztlich auch nur auf einen bereits im Mai 2013 erschienen Beitrag auf Queerty.com bezogen, der damals noch das entsprechende Konzeptvideo enthielt – das mittlerweile aber nicht mehr aufrufbar ist.
Na ja, wie die Überschrift schon sagt… (irgendwie muss ich bei sowas immer an das berühmte “Spraykondom” denken).

Ritex mit Nivea-Duft

Ritex IntensivIrgendwie krame ich dieser Tage gezwungenermaßen lauter olle Kamellen aus… kürzlich war ich nämlich dienstlich in Bielefeld (oder zumindest in einer Stadt, die offenbar auf “Bielefeld” getrimmt war, auch wenn etliche Kulissen mehrfach verwendet wurden) und gelangte dort in den Besitz eines interessanten Kondoms. Von außen sieht es ganz gediegen nach Ritex aus (das steht zumindest auch drauf), aber wenn man es aufmacht, hat man ein original echtes NIVEA-Kondom vor sich – zumindest dem Geruch nach.
Ist das nun der neueste Versuch einer Garde heimlicher Revolutionäre bei Beiersdorf (Nivea-Hersteller), doch noch den deutschen Kondommarkt zu erobern? Bisher hat man sich ja jahrelang nicht getraut; die Beiersdorf-eigenen Traditions-Kondommarken (ja, die gibts tatsächlich!) “Duo” und “Harmony” wurden bislang nur für den südeuropäischen Markt produziert, mit dem großen Feldversuch in Frankreich (“Hansaplast”-Kondome) war man wohl auch nicht ganz glücklich, und die neue Marke “ESP“, die schon seit einiger Zeit in Deutschland erhältlich ist, taucht in offiziellen Verlautbarungen kaum auf und wird auch durch Beiersdorf hierzulande nicht aktiv beworben.
Tja, die spannende Frage “Wer hat bei Ritex den Nivea-Duft eingeschmuggelt?” harrt ihrer Lösung… Bin gespannt, ob’s einer rauskriegt. Whistleblower dürfen bitte gerne die e-Mail-Adresse aus dem Impressum benutzen :-)

Ritex auf FacebookUpdate, 14.10.: Ritex hat die neuen Nivea-Kondome nun auch ins Titelbild des Facebook-Auftritts gepackt. Ich kann Euch aber beruhigen: So stark, dass man jemanden anhand seines Kondomgeruchs (!) anbaggern könnte, riechen sie nicht. Man muss sein Gesicht schon ziemlich in Beißweite haben, um den Geruch wahrzunehmen :-)
(Ob man sich statt mit der Originalcrème behelfsweise auch mit einem über die Hand gezogenen Kondom eincremen könnte, weiß ich nicht. Wäre einen Versuch wert… aber ich fürchte, dazu ist zu wenig drauf.)

Erektion wird mitgeliefert

package-3dIch hatte im Jahre 2011 zum letzten Male von dem immer und immer wieder angekündigten Wunderkondom berichtet, das dank einer innen angebrachten Spezialbeschichtung mit dem Codenamen “CSD500″ gleich für die zum Kondom passende Erektion sorgen sollte. So schreibt die Wikipedia:

A 2007 medical development includes a small amount of nitroglycerin (trademark as Zanifil Gel) in the tip of a new Durex condom to stimulate erection during intercourse. The manufacturer says “The CSD500 condom contains a chemical in its teat, called glyceryl trinitrate (GTN), which is absorbed by the skin and causes blood vessels to dilate.” Jokes were made about dynamite, and the company standing proud.

Nun scheint es in der Tat soweit zu sein (Tusch!) … zumindest in Holland kann man offensichtich das mit Zanifil beschichtete Kondom unter dem Namen “Blue Diamond” erwerben. Durex – die das angeblich eigentlich vermarkten sollten/wollten(?) – ist offensichtlich nicht mit von der Partie; was nicht verwundert, denn seit der Übernahme der Marke duch den amerikanischen RB-Konzern lässt die Innovationskraft dieser Marke deutlich nach (im Gegensatz zu ihren Preisen, die ständig nur nach oben geschraubt werden – manchmal so hoch, dass manche Händler Durex schon auslisten).

Blue diamond™ condoms contain Zanifil® , a unique and patented gel, in the teat of the condom. Zanifil® penetrates the skin and works to maximize hardness through stimulating blood flow within the penis. The active ingredient in the Zanifil® gel is Glyceryl Trinitrate 1% which is a well-tolerated vasodilator, commonly used where increased blood circulation is required. This can help prevent loss or partial loss of erection sometimes caused by the loss of sensitivity when wearing a condom.

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Alles nur geklaut

scroguardDa hatte ich vor gut 4 Monaten von einer chinesischen Erfindung berichtet (“Elros” bzw. “Eros Protector”), und schon kommt ein Ami und kopiert das. Jetzt ist es natürlich eine “amerikanische Erfindung” und heißt “Scroguard” (meldet der Focus). Wenn man sich auf der Website der “Erfinder” die Bilder und Faktem zum ScroGuard ansieht, fällt die Ähnlichkeit zu der Erfindung der chinesischen Studentin sofort ins Auge. Also: Es sind nicht immer die Chinesen, die unsere genialen Ideen klauen…. allzu oft ist es eben auch andersherum.
(Davon abgesehen hat das Teil keinerlei erotisches oder Verhütungs-Potenzial. Aber wer sich für $19.99 ein Gummihöschen mit Loch kommen lassen will, dem ist eh’ nicht zu helfen.)

Update, 14.10.: Mittlerweile ist die Meldung ja bei jedem Käseblättchen angekommen und wird überall wiedergekäut. Lustig wirds jedoch dann, wenn die Wiederkäuer beim Wiederkäuen ihr Denkorgan ausschalten. Da kommt dann sowas raus wie

Die amerikanische Sicherheitsbehörde hat Scroguard noch nicht zugelassen. (MaDonna)

Yessir. Und ohne Waffenschein kriegt man die Teile sowieso nicht. Und nur zur Info: die FDA ist mitnichten “die amerikanische Sicherheitsbehörde”:

Die Food and Drug Administration, kurz FDA, ist eine US-amerikanische Regierungsagentur, die u.a. für die Zulassung und laufende Kontrolle von Lebens-, Genuss-, Nahrungsergänzungs- und Arzneimitteln verantwortlich ist. Sie ist dem Gesundheitsministerium unterstellt. Ihre deutsche Entsprechung ist das BfArM. (DocCheck)

Ist die Größe denn nun wirklich wichtig?

Die politisch korrekte Antwort lautet “nein”, die wirkliche eher “kommt drauf an”. Dieses kleine Video erklärt es Euch. (Und nein, die Gummiteile, die drin vorkommen, sind traurigerweise keine Kondome, sondern… Luftballons :-( Soviel zum Thema politische Korrektheit. Aber trotzdem:

(via I fucking love Science)

Das Halloween-Kondom: Blutflecken und Pusteln

kondomfotoEcht jetzt, das sieht doch total krank aus (und ist natürlich der echte Schocker für Halloween) – stellt Euch mal vor, ihr habt so ein Kondom übergezogen und lasst Eure Freundin mal unter die Bettdecke schauen…
Das Teil sieht aus wie mit kleinen Pusteln und Blutflecken überzogen, und wenn man es ausgezogen hat, schaut es (natürlich) aus, als wären die Flecken und Pickel UNTER dem Kondom, direkt auf dem Penis bzw. der Eichel…
Also, Jungs: Im Vergleich zu den ansonsten unter dem Stichwort “Halloween” angebotenen Kondomen fällt das hier definitiv aus dem Rahmen. Nichts langweiliges wie “Kürbis-Aroma” oder (gähn) grün schimmernder Leuchteffekt (OK; der WAR mal cool, als er noch neu war), sondern richtig zum Fürchten… der ultimative Beziehung-Check, sozusagen.
Kann man natürlich auch nehmen, wenn man sich eigentlich schon lange trennen wollte und nur noch keinen Vorwand gefunden hat. Ähem.
Gefunden in der Kondomotheke (und keine Ahnung, warum die Teile “Glamour” und “New York” heißen…).

Am Kondom sollt Ihr sie erkennen

Jodeldihi, jodeldihei und rumtata, das Heimatkondom ist da. Also… noch nicht, aber bald. Bald wird jede Region in Deutschland ihren heimatverbundenen Bürgern Regionalkondome zur Verfügung stellen können, wenn diese Idee von Christian Atz verwirklicht wird:

“Heimatgummi” ist eine Lifestyle-Kondommarke, die von regionalen Künstlern designed, den Lokalkolorit einzelner heimatverbundener Regionen aufgreift.

Bayrische Lederhosengummis, oder Fischhautkondome von der Waterkant, Berliner Currywurst-Pariser, alles ist jetzt möglich. Das ganze Projekt riecht zwar etwas (sprachlich gesehen) nach Hype – man beachte die im Umfeld verwendeten Denglisch-Kreationen “Elevator Pitch BW”, “Erasmus for Entrepreneurs Programm”, “iAccelerator”, “Black Forest Accelerator”, wo es eigentlich nur um das Einsammeln von Fördergeldern geht -, aber hej, warum nicht. Die Presse hat auch schon daran geschnuppert; so schreibt die Badische Zeitung in einem Kommentar:

Bislang konnte David Bonfils aus dem Elsass als erster Künstler gewonnen werden, für das Salzkammergut entwickelt Michael Schumer ein Kondom-Schächtele. Ob wohl Stefan Strumbel Interesse hätte, der dem Verhüterli vielleicht noch einen den Lustgewinn steigernden Bollenhut und Schwarzwälder-Kirschtorten-Geschmack verpassen würde? Und Tomi Ungerer fällt sicher auch was Passendes zum Thema ein.

Nun ja. Wenn sich das Projekt darin erschöpft, einzelne Kondome mit einer von einem Künstler gestalteten Umverpackung zu versehen (eine Leistung, die man bei fast allen Kondomproduzenten als “Werbekondom” ab 100 Stück einfach kaufen kann), dann ist das Ganze nur ein … (nein, ich sags nicht. Der “Erfinder” ist Jurist, da muss man vorsichtig sein).
Kleiner Tipp: “LifeStyles Kondome” sind eine Marke des Ansell-Konzerns. Die könnten durchaus verschnupft reagieren, wenn sie von “Lifestyle-Kondomen” hören, die eigentlich nur Standardgummis mit Werbeaufdruck sind. Ach ja, “Elevator Pitch“, my ass:

Der Elevator Pitch BW bietet Gründerinnen und Gründern eine attraktive Plattform, um sich und ihre Geschäftsidee vor einer hochkarätigen Jury und einem Publikum aus regionalen Institutionen, potenziellen Investoren, Geschäftspartnern und Kunden zu präsentieren. Die jeweiligen Gewinner der lokalen Pitch-Wettbewerbe (Regional Cups) bekommen die einmalige Chance, im Landesfinale im Sommer 2015 ihre Geschäftsidee zu pitchen und ein Preisgeld zu gewinnen.

Das Kondom-Kochbuch

kkbJa, Ihr habt Euch nicht verlesen: ein Kondom-Kochbuch. Gibts wirklich! Jetzt in Japan erhältlich. Auf Kotaku.com gibts nähere Informationen und jede Menge Abbildungen dazu.

Before you judge, realize that this book was partly created to help promote safe sex. Not sex with the food, that is.
Titled “Condom Meals I Want to Make for You,” the book was also apparently created to show that condoms “aren’t just contraceptive devices.”
According to NariNari, the e-book was co-created by Kyosuke Kagami, writer of the manga Sentou Hakai Gakuen Dangerous, and contains condom-based recipes like “Condom Meat Stuffing” and “Condom Escargot Cooked with Butter.”

Na dann… Mahlzeit.